Schönebeck/Staßfurt/Calbe (dw). Im Zusammenhang mit der Berichterstattung zu der Automatentour der Deutschen Bahn und der Nahverkehrsservice (Nasa) GmbH Sachsen-Anhalt erreichten uns viele Leserzuschriften. Ihr Tenor: Manchmal kann sich der Kunde am Fahrkartenautomaten recht allein gelassen fühlen. Unser Leser Horst D. Roth aus Brumby berichtet in einem Brief über seinen Ärger mit den Fahrkartenautomaten. Von Calbe/West wollte er nach Magdeburg-Buckau fahren. Am Bahnsteig befindet sich kein Automat. Im Zug sei kein Schaffner gewesen. In Calbe/Ost beim Umsteigen wollte unser Leser für die komplette Fahrt von Calbe/Ost nach Buckau eine Karte lösen. Anzeige am Gerät: "Der Abgangsort ist nicht tarifbar". Gleiches passierte bei der Wahl des Abfahrtsbahnhofs Calbe/Ost.

Lesermeinung: Personal fehlt

In Buckau unternahm unser Leser einen zweiten Versuch, kam aber in die Reisetarifzone. 8,20 Euro wurden angezeigt, statt der üblichen 2,65 Euro Nahverkehrstarifpreis. Am Magdeburger Hauptbahnhof will sich Horst D. Roth am Automaten von einer Bahnangestellten den Weg zum gültigen Ticket zeigen lassen. Eine Verbindung ist nur bis Calbe/Ost möglich. Am Schalter endlich bekommt Horst D. Roth seinen Fahrschein zum Tarifpreis des Nahverkehrsverbunds und muss nicht mit dem Gefühl im Zug sitzen, "an einer Stelle schwarz gefahren zu sein".

Horst D. Roth wandte sich darauf hin selbst an die Bahn. Die Abteilung "Kundendialog" antwortet ihm und teilt mit, dass es in diesem spezifischen Fall einen Softwarefehler bei den Automaten gebe. Der Fehler werde bis zum Juni behoben. Problem ist, dass im Verkehrsverbund Marego (Magdeburg Region) Calbe als eine Zone gilt, der gelöste Fahrschein also von beiden Haltestellen aus nutzbar ist. Will man aber über den Verkehrsverbund hinaus reisen, muss der Abfahrtsbahnhof, also Calbe/Ost oder Calbe/West, konkret eingegeben werden. Horst D. Roth sagt: "Die Bahn hat keine Möglichkeit, Fehler an Automaten, Zustände auf den Bahnsteigen und den Bahnanlagen zu erkennen, weil geeignetes Personal fehlt." Einziger Trost für unseren Leser: Eine Schaffnerin verkaufte ihm einige Tage später ein Ticket im Zug.

"Der Servicecharakter bleibt bei den Automaten oft auf der Strecke", sagt auch Torsten Hardtke. Er muss es wissen, betreibt er doch seit dem 1. Februar 2006 die "DB FahrKartenAgentur (FKA) Fahrt frei" am Schönebecker Bahnhof. Diese Servicestellen gibt es auch in einem Reisegeschäft in Staßfurt am Postring oder in Calbe.

Torsten Hardtke sagt, dass dieser Service unbedingt wichtig ist. Denn die Bahn bietet viele Möglichkeiten an, eine Zugfahrt zu bezahlen. Es gibt Sonderangebote, Spartarife, regionale Angebote. Hinzu kommen die Verkehrsverbunde, wie rund um Magdeburg Marego. Wenn man sich in diesem Dschungel nicht auskenne, weil man nicht täglich mit den Zug fahre, sei man am Automaten oft hilflos sich selbst überlassen. In solchen Fällen sind Torsten Hardtke und seine Mitarbeiterin Simone Held mit einem freundlichen "Guten Tag, wie kann ich helfen?" zur Stelle. "Wir haben die Angebote im Blick und können individuell Auskunft geben." Dass die Bahn den Automatenverkauf forciere, damit ihre Agenturen auch beschneide, ärgert den Schönebecker. Denn als privater Unternehmer lebt er von den Provisionen aus den Verkehrseinnahmen, muss Mitarbeiter, Gewerbe- und Umsatzsteuer bezahlen. Dazu die Technik, um Tickets ausdrucken zu können.

Bahn verweist auf viele Angebote

Die Bahn teilt auf eine Anfrage mit, dass es viele Optionen gebe, den Fahrschein zu erwerben - vom Internet über das Telefon, den Fahrkartenschaltern an großen Bahnhöfen oder Agenturen an kleineren, oder den Fahrkartenautomaten. Die Geräte seien übrigens am häufigsten genutzt, so die Mitteilung.

Torsten Hardtke kann dem nicht zustimmen, seine Erfahrungen am Schönebecker Bahnhof seien anders. Er vermutet, dass die Bahn nur eigene Servicepunkte, also nicht die Agenturen bei ihrer Betrachtung in Erwägung zieht. Ansonsten verweist sie auf ihre Servicetelefonnummer, bei der sich der Kunde immer informieren könnte. Aber aber auch das kostet ...