In Gänsefurth lebt Horst Steitz seinen ländlichen Traum. Auf 3000 Quadratmetern hat er seit 2004 einen historischen Bauernhof entstehen lassen. Für interessierte Bürger, Schulklassen und andere Besucher möchte er die Tore zu seinem kleinen Heimat-Idyll auch 2011 gern öffnen. Der Ausflug soll zum Erlebnis werden. Steitz hat Visionen und nennt diese beim Namen, wenn er davon spricht, ein Museumsdorf zu gründen.

Gänsefurth. "Man muss schon ein bisschen verrückt sein", schmunzelt Steitz nicht ohne Stolz beim Blick über die kleine Range in Gänsefurth. Seine Land-Oase verschafft dem Dachdeckermeister den persönlichen Ausgleich. Das Werkeln an diesem und jenem Projekt ist für ihn Entspannung. Und die Freude, das Gebaute danach zu sehen, noch einmal so schön, kann er sich kein anderes Hobby vorstellen. "Der eine hat seine Eisenbahn oder den Computer. Ich habe meinen Heimathof", kommt er ins Schwärmen.

Vor allem die historische Landtechnik und das Handwerk früherer Tage haben es ihm angetan. Für die Nachwelt möchte er mit seinen Bemühungen ein Stück Geschichte wahren. Dieses Ziel setzte er sich schon 2004.

"Der eine hat seine Eisenbahn oder den Computer. Ich habe meinen Heimathof"

Damals wurde der Hof mit einer Idee aus der Taufe gehoben. Steitz hatte den Einfall, einen Backofen selbst zu bauen. Gesagt getan. "Um den Ofen herum entstand ein Haus." Stück für Stück machte er weiter. "Ziegen und Pferde, Ställe kamen dazu. Ein Pferd kann nicht allein sein, zur Stute kam der Hengst." Neben dem Tiergehege baute er Unterstellmöglichkeiten für die Landtechnik und altertümliche Hausutensilien.

Letztere sind auf dem Steitz-Gut kein seltener Anblick. Sowohl in den kleinen Holz-Häusern, die Blockhütten ähneln, als auch davor und drum herum verleihen Kannen, Krüge und Töpfe neben schwerem Gerät dem Areal seinen ländlichen Charme.

"Hier haben wir beispielsweise eine alte Stroh-Hexelmaschine von 1920. Damit wurde früher das Futter für die Tiere klein gemacht", erklärt der Heimatfan begeistert die Funktion einer Gerätschaft. Daneben steht eine Dreschmaschine früherer Tage. "Ich habe sie wieder in Gang gebracht, sie läuft." Trotzdem wäre es schön, wenn sie und die andere Technik weiter aufgearbeitet werden. Doch das könne er nicht allein schaffen, begründet der Handwerker, warum er auf der Suche nach interessierten Leuten ist, die ihm helfen, die Dinge weiter flott zu machen. Auch weil er den Landhof für die Bevölkerung zum Erlebnis werden lassen möchte. Veranstaltungen wie an Pfingsten oder zum Osterfeuer sollen zwar auch in diesem Jahr stattfinden. Im Großen und Ganzen schwebt dem Besitzer aber vor, das Grundstück für Rundgänge und Führungen und private Treffen zur Verfügung zu stellen. Schulklassen etwa könnten erfahren, wie die Menschen früher auf dem Land gearbeitet haben. Begleitende Filmvorführungen, die zeigen, wie die besichtigten Maschinen, zum Einsatz kamen, sind für Steitz ebenfalls denkbar. Damit das Ganze noch anschaulicher ist, möchte er die Exponate auf seinem Hof in diesem Jahr neu strukturieren. Eine Aufstellung nach Handwerksrichtungen sei denkbar – Vom Bäcker über den Zimmermann bis hin zu Schuster und Schmied. So möchte Steitz auch künftig Geschichte greifbar machen. "Den Kindern zu zeigen, wie es früher einmal war", darum ginge es ihm nach wie vor. Mit dem Handwerk werde das Leben der Menschen einst mit all seinen Facetten aufgegriffen und deshalb sei es nun seine Vision, den Heimathof zum "Museumsdorf" weiter zu entwickeln.

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