Berlin/Güsten/Staßfurt. Etwa 20 000 Gegner der aktuellen Agrarpolitik haben am Sonnabend in Berlin für ein Umdenken in Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie demonstriert, zu der 120 Organisationen aus ganz Deutschland aufgerufen hatten. Mit dabei die Familien Gerner aus Warmsdorf und Werner aus Staßfurt. Denn auch hier zwischen Bode und Saale haben Menschen Massentierhaltung und Dioxin in Futter und Lebensmitteln satt.

Die vier Vertreter der "Bürgerinitiative für Lebensqualität und nachhaltige Landwirtschaft – gegen Deutschlands größte Massentierhaltung" – die Initiative macht sich gegen geplante Großställe zwischen Osmarsleben und Plötzkau stark – waren mit einem Bus des BUND von Magdeburg nach Berlin gereist.

Nach einem von Landwirten und Traktoren angeführten Protestumzug zum Brandenburger Tor nahmen die Bodestädter und Wipperanrainer auch an der Kundgebung teil. Dr. Klaus Gerner beeindruckte, dass dort Landwirte selbst einen Systemwechsel hin zu einer ökologischen Landwirtschaft mit einer artgerechteren Tierhaltung forderten. Nicht zuletzt wegen des jüngsten Dioxinskandals.

Neben vielen hochrangigen Vertretern von Verbänden habe auch die Spitzenkandidatin der Grünen, Renate Künast, von der Bundesregierung ein klares Nein zur Massentierhaltung gefordert. ",Stecken Sie das Geld lieber in Öko, Regional und Bildung‘", zitiert der Warmsdorfer die frühere Landwirtschaftsministerin. "Sie warb zudem dafür, EU-Subventionen nur noch an jene Landwirte zu verteilen, die ökologisch und sozial produzieren."

Und die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Maria Heubuch, hörten die Warmsdorfer und Staßfurter sagen: "Agrarfabriken gehören verboten und nicht weiter mit Steuergeldern subventioniert. Tiergerechte Haltung, heimisches Futter und besonders Eiweißfutter ohne Gentechnik – das ist unsere Zukunft."

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