Förderstedt/Atzendorf l Die von Oberbürgermeister René Zok (parteilos) in der jüngsten Stadtratssitzung verfügte Absetzung von wichtigen Beschlussvorlagen für die Sanierung der Tartanbahn auf dem Förderstedter Sportplatz beziehungsweise zum Zuschuss der Stadt für den Sportplatz der ZLG Atzendorf stößt bei den Betroffenen auf Unverständnis.

"Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Für den Haushalt ist das eine geringe Summe."

Günter Döbbel hat als Vorsitzender der Zentralen Landsportgemeinschaft (ZLG) absolut kein Verständnis für Zoks Verhalten. "Für mich ist das nicht nachvollziehbar, vor allem weil es sich hierbei um eine im Vergleich zum Haushalt relativ niedrige Summe handelt", sagt er.

"Entweder man steht zu den Zuschüssen, die man versprochen hat und zieht es durch, oder man lässt es gleich", meint Döbbel. Außerdem sei der Zuschuss bereits im Ausschuss in Vorbereitung auf den Stadtrat bestätigt worden.

Für die ZLG mit über 400 Mitgliedern war der Zuschuss von zentraler Bedeutung. Das Geld war fest in die Finanzen eingeplant, vieles wurde bereits umgesetzt. "Wir haben einiges schon verwendet, zum Beispiel haben wir ein neues Flutlicht am Sportplatz installieren lassen. Wir haben neue Tore aufstellen lassen und die Rasenplatzsanierung in Angriff genommen", erklärt Günter Döbbel.

"Die 5000 Euro fehlen uns jetzt. Wir werden einige Rechnungen nicht zahlen können."

"Die 5000 Euro, die wir bereits eingeplant haben, fehlen uns jetzt. Wir werden deshalb die Strom- und die Gasrechnungen nicht bezahlen können. Aber das sind eigentlich Pflichtüberweisungen, die man nicht einfach so ausfallen lassen kann." Er habe bereits vor einigen Tagen wegen des fehlenden Zuschusses eine außerordentliche Sitzung mit Verantwortlichen der ZLG einberufen, in den nächsten Tagen wird es eine weitere geben. Döbbel will sich auch noch einmal gesondert für den Zuschuss stark machen.

"Das wird ein echtes Problem werden", weiß er aber schon jetzt. "Vielleicht müssen wir bei unserem Energieversorger um Stundung bitten", sagt er.

Der Vorsitzende des SV Förderstedt, Thomas Conrad, äußerte sich ebenfalls enttäuscht über die Hiobsbotschaft aus dem Rathaus. Er kann Zoks Reaktion nicht verstehen, denn in der voran gegangenen Ortschaftsratssitzung in Löbnitz habe die zuständige Fachdienst-Leiterin Ina Siebert erklärt, dass das Geld für die Sanierung der Tartanbahn auf dem Sportplatz Förderstedt durch einen Sponsoringvertrag vorhanden sei. Man könne sogar noch über nicht verausgabte Summen von 2012 verfügen, habe es da geheißen.

"Und nun will uns der Oberbürgermeister das zugesagte Geld wieder wegnehmen?"

"Und nun will uns der Oberbürgermeister das zugesagte Geld wieder wegnehmen, nur weil der Stadtrat ihm eine Steuererhöhnung verwehrt hat", kann Conrad nicht verstehen.

"Damit schadet er nicht den Stadträten oder Sportlern, sondern den vielen Schülern."

In diesem Zusammenhang erinnerte er den Rathauschef daran, dass die Tartanbahn damals von der Kommune mit Hilfe von Fördermitteln gebaut wurde. Deshalb sei die Stadt Staßfurt als Rechtsnachfolgerin für lange Jahre zum Erhalt verpflichtet, sagte Conrad.

"Ich weiß nicht, was sich der Oberbürgermeister dabei gedacht hat, denn damit schadet er nicht den Stadträten oder Sportlern, sondern in erster Linie hauptsächlich den vielen Schülern der Sekundarschule Förderstedt, die die Tartanbahn für den Sportunterricht benötigen", so der Vereinschef gestern zur Staßfurter Volksstimme. Weil sich diese Laufstrecke schon seit Jahren in einem schlechten Zustand befinde, seien die Jugendlichen, wenn sie die eigentlich gesperrte Bahn benutzen, echt gefährdet.

Keine Pflickschusterei betreiben, sondern ein Sanierungskonzept erarbeiten lassen.

Döbbel hatte die Verwaltung in der Ortschaftsratssitzung im November des vergangenen Jahres in Löbnitz darum gebeten, keine "Pflickschusterei" zu betreiben, sondern für die Tartanbahn in Förderstedt ein Sanierungskonzept erarbeiten zu lassen. Die in Atzendorf sei noch voll funktionstüchtig, obwohl sie zwei Jahre älter sei.

Nicht nur die Sportvereine werden durch die "Spontankürzungen" getroffen. Der Sportplatz Förderstedt wird nicht nur vom SV Förderstedt genutzt, sondern auch von den Schulkindern der Ortschaft, die hier einen Teil des Schulsportunterrichts absolvieren.

Der Sportplatz Förderstedt zeigt laut einer Studie der Stadt eine Auslastung von 28,57 Prozent in den vergangenen Jahren, der Sportplatz Atzendorf ist zu 30,26 Prozent ausgelastet.

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