Seit Oktober ist die Gartensparte "Freundschaft" in Egeln ohne Strom. Ein Defekt im Kabel ist Schuld. Eine neue Zuleitung muss her. Doch darauf warten die Kleingärtner nun bereits seit fünf Monaten. Obwohl nicht zuständig, kündigt Bürgermeister Reinhard Luckner, Unterstützung seitens der Stadt Egeln an.

Egeln l Der Frühling steht vor der Tür. Und damit beginnt auch wieder das Gartenjahr. Nicht so bei den Gartenfreunden in der Kleingartenanlage "Freundschaft" in Egeln. Dort am Mühlenholz dreht sich nichts. Alles steht still. Die Kleingärtner haben keinen Strom. Und das schon seit Monaten. Alles begann im Oktober des vergangenen Jahres. Direkt vor dem Eingang zur Gartensparte wurden neue Spielgeräte aufgebaut. Großflächig hob man Fundamente aus, um Rutsche und Co. sicher aufstellen zu können.

Unter dem Spielplatz verläuft allerdings das Zuleitungskabel, das 56 Parzellen in der Anlage mit Strom versorgt. Ob das Kabel bei den Bauarbeiten zu Schaden gekommen ist, oder einfach nur aus Altersgründen kaputt ging, kann heute keiner mehr genau sagen. Fest steht: "Wir haben vom Vorstand aus die Hauptsicherung herausdrehen lassen, damit keiner zu Schaden kommt, denn es ist nur eine Phase des Kabels kaputt", erklärt Helmut Koch, der in der "Freundschaft" einen Garten hat. Er war sogar damals in den 1970er Jahren dabei, als das Zuleitungskabel vom Wohnblock bis zur Gartenanlage gelegt wurde.

Kabel unter dem Spielplatz darf gar nicht sein

Seit Oktober ist also Ruhe in der Gartensparte. "Das Kabel wurde durchgemessen. Dabei wurde festgestellt, dass der Defekt irgendwo unter dem Spielplatz liegen muss", erklärt der Vorsitzende des Gartenvereins, Gerd Sommer. Hatte man zunächst über eine Reparatur der Defektstelle nachgedacht, wurde irgendwann klar, dass das nicht die richtige Lösung ist. Denn unter dem Spielplatz darf laut Vorschriften gar kein Elektrokabel verlaufen. Also: Ein neues Kabel muss her. Doch darauf warten die Kleingärtner nun bereits seit fünf Monaten. "Wir waren jede Woche beim Bürgermeister in seinen Sprechstunden. Immer wieder wurden wir vertröstet. Jedes Mal wurde uns ein neuer Termin genannt, an dem es hier endlich los geht. Doch nichts passiert", so Helmut Koch, der für einen Vorort-Termin auch andere Gartenfreunde eingeladen hat. Dass alle enttäuscht und sauer sind, ist ihnen sofort anzumerken. "Ab dem 1. März ist das Heckenschneiden schon wieder verboten. Wir müssten jetzt dringend in unseren Gärten mit den Arbeiten beginnen. Aber das geht nicht ohne Strom. Ohne Strom laufen keine elektrischen Geräte", schimpft der Vorsitzende. Man wünscht sich nun eine schnelle Lösung der Entscheidung. Bürgermeister Reinhard Luckner kennt das Problem der Gartenbesitzer gut. "Allerdings ist das alles nicht so einfach. Für den Spielplatzneubau gab es eine Schachtgenehmigung. Und dabei wurde vom Energieversorger bestätigt, dass dort kein Kabel verläuft", erklärt der Stadtchef auf Volksstimme-Nachfrage.

Arbeiten müssen jetzt erst ausgeschrieben werden

Trotzdem ist man bemüht, den Gartenfreunden zu helfen. Und dass, obwohl die Stadt eigentlich nicht dazu verpflichtet sei, so der Bürgermeister weiter. "Es ist ein Entgegenkommen seitens der Stadt", betont Luckner. Geplant ist nun, ein neues Kabel um den Spielplatz herum von der Verteilung im Haus zum Verteilerkasten in der Gartensparte zu legen. Das wissen die Gartenbesitzer. Doch sie fragen sich, wann es los geht. "Die nötigen Arbeiten werden nun in den kommenden Tagen ausgeschrieben. Ist die Vergabe erfolgt, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Allerdings geht das nicht ohne finanzielle Beteiligung des Gartenvereins. Einen Verursacher des Schadens kann man nicht ausmachen. Wir stellen uns nicht auf die Hinterbeine und wollen den Gartenfreunden auch helfen", so Reinhard Luckner. An den Kosten, so haben es die Gärtner angekündigt, wolle man sich allerdings nicht beteiligen. "Auch wir sind nicht die Verursacher", macht Helmut Koch deutlich.