Der Hecklinger Stadtrat will das desolate Teilstück des Europaradweges R1 von Gänsefurth nach Staßfurt, das schon mehr als ein Jahr lang gesperrt ist, auf alle Fälle im Frühjahr erneuern lassen.

Von René Kiel

Hecklingen l Die Abgeordneten stimmten in ihrer Sitzung am Dienstagabend im Hecklinger Rathaus zu, dieses wichtige Vorhaben auch dann in Angriff zu nehmen, wenn das Land die dafür bereits bewilligten Fördermittel nicht aufstockt. Das ist notwendig, weil sich die Baukosten für die Erneuerung der Rad- und Gehwegbrücke über die Bodewiesen nach Auswertung der drei mit der Ausschreibung eingegangenen Angebote von 156 334 Euro auf 184 122 Euro erhöht haben.

Wie Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU) informierte, liegt der Verwaltung bereits ein Fördermittelbescheid in Höhe von 92 800 Euro vor. Der Antrag auf Nachbewilligung zum Ausgleich der teurer werdenden Reparaturarbeiten sei bei der Landesinvestitionsbank eingegangen. Von dort sei der Kommune am Dienstag mitgeteilt worden, dass die Nachforderung einer detaillierten Prüfung bedürfe, informierte das Stadtoberhaupt. Darüber hinaus wies der Zuschussgeber darauf hin, dass die Umsetzung des Vorhabens durch die neue Situation nicht behindert werden darf.

Diese Aufforderung monierte die Vorsitzende der Fraktion Wählergemeinschaft, Ethel-Maria Muschalle-Höllbach. "Das finde ich nicht in Ordnung", sagte die Kommunalpolitikerin.

Bürgermeister Kosche hofft auf eine Zuschuss-Aufstockung

Die Landesinvestitionsbank in Magdeburg müsste doch inzwischen wissen, wie schlecht es um die Finanzen der Stadt Hecklingen bestellt sei und deshalb in der Lage sein, bei der Bearbeitung des neuen Fördermittelbescheides schneller zu reagieren. Eigentlich sei das Land verpflichtet, sich um die Unterhaltung der überörtlichen Radwege zu kümmern. Das könne sie nicht auf die Kommunen abwälzen, sagte Muschalle-Höllbach.

Der Bürgermeister gab der Fraktionschefin Recht. Er sagte, er sei guter Hoffnung, dass das Land den Zuschuss wie gewünscht anhebt. Die Kommune befinde sich derzeit im Vergabeverfahren. Ziel sei es, ungefähr Mitte März mit den Bauarbeiten in Gänsefurth zu beginnen.

Muschalle-Höllbach: "Die Stadt könnte ja auch anfangen und dann so lange bauen wie das Geld reicht."

Am Ende stimmte der Stadtrat bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung den beiden Varianten der Beschlussvorlage zu. Wenn die Finanzierung nach der ersten Variante nicht möglich sein sollte, weil eine Erhöhung der Fördermittel nicht bewilligt wird, soll die Maßnahme ohne einen weiteren Zuschuss umgesetzt werden. Dann müsste die fehlende Summe der Rücklage der Stadt entnommen werden.

Dieses Verkehrsprojekt ist von besonderer Bedeutung, um den Europaradweg R1, der vor mehr als einem Jahr von der Stadt Hecklingen aufgrund von gravierenden Bauschäden gesperrt werden musste, wieder für den Rad- und Fußgängerverkehr freigeben zu können.

Die Stadt Staßfurt hat derweil die alte Bodebrücke auf dem R1 durch ein neues Aluminium-Bauwerk aus Österreich ersetzen lassen. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Städte. Der Zeitpunkt der Freigabe der Brücke hängt davon ab, wie lange die Arbeiten auf der Hecklinger Seite dauern werden.

Ortsfeuerwehrchefs für weitere sechs Jahre berufen

Einstimmig stimmten die Stadträte der Berufung des Hecklinger Ortwehrleiters Heinz Broda und dessen Stellvertreters Stephan Skottky für weitere sechs Jahre in das Ehrenbeamtenverhältnis zu. Beide waren am 20. Dezember des vergangenen Jahres von den Kameraden der Ortswehr Hecklingen in geheimer Wahl zum Wehrleiter und zum stellvertretenden Wehrleiter gewählt worden. Nach einer Anhörung des Kreisbrandmeisters bestehen gegen die Ernennung der beiden Hecklinger Kameraden keine Bedenken, informierte der Bürgermeister.

Das gleiche trifft auf den Ortswehrleiter des Ortsteils Cochstedt, Holger Krabiell, zu. Er war am 3. Januar von seinen Kameraden in seinem Ehrenamt bestätigt worden. Auch gegen diese Entscheidung hatte der Kreisbrandmeister keine Bedenken angemeldet.

Nach der Übergabe der Ernennungsurkunden nahm der Bürgermeister allen drei Feuerwehrmännern den Diensteid ab und wünschte ihnen auch weiterhin viel Erfolg in ihrer wichtigen ehrenamtlichen Arbeit. Kosche äußerte sich in diesem Zusammenhang erfreut darüber, dass sowohl Heinz Broda als auch Stephan Skottky und Holger Krabiell erneut ihre Bereitschaft bekundet hatten, ihren Ortswehren für weitere sechs Jahre vorzustehen.