Das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit, die Sanierung der Straße und ein stationärer Blitzer - das sind die Ziele der Bürgerinitiative "Pro 30". Seit einem Jahr kämpfen Wolmirslebener dafür.

Wolmirsleben l Die Bürgerinitiative "Pro 30" in Wolmirsleben gibt nicht auf. Noch immer kämpfen einige Anwohner der Chaussee (Landesstraße 70) dafür, dass die Höchstgeschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 herabgesetzt und die Straße grundhaft saniert wird. Einen Teilerfolg hatte die Bürgerinitiative schon erreicht. Auf gut 800 Metern gilt für Lkw bereits eine Maximalgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Doch daran, das haben die Anwohner festgestellt, halte sich kaum noch ein Fahrer. Auch das Tempo 50, das für Autofahrer gilt, sollen häufig überschritten werden. Daher kämpft die Bürgerinitiative nun auch für einen stationären Blitzer im Ort, der die Fahrzeuge kontrolliert (Volksstimme berichtete). Erste Gespräche dazu sind bereits gelaufen. Die Verbandsgemeinde Egelner Mulde darf selbst keine Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Der Landkreis hat das Blitzen schon vor Jahren eingestellt. "Wir haben uns daher mit der Stadt Staßfurt in Verbindung gesetzt. Die darf nämlich blitzen, da sie über 20 000 Einwohner hat", erklärte Bürgermeister Knut Kluczka während einer Versammlung der Bürgerinitiative in dieser Woche. Und: die Stadt Staßfurt hat mit ihrem mobiler Blitzer noch freie Kapazitäten und würde in Wolmirsleben "aushelfen". "Dazu muss allerdings der Landkreis sein Recht des Blitzens an die Stadt Staßfurt abtreten, damit sie im Namen der Verbandsgemeinde in Wolmirsleben Geschwindigkeitskontrollen durchführen kann", so Kluczka weiter. Er werde sich dazu persönlich an den Kreis wenden. Die Bürgerinitiative fordert allerdings stationäre Blitzer, die dauerhaft im Einsatz sind. Und diese Forderung will man nicht aus den Augen verlieren, kündigt die Bürgerinitiative an.

Verkehr auf der Landesstraße nimmt immer weiter zu

Mit ihrem Problem hat sich die Bürgerinitiative auch an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt. Bereits in der nächsten Woche soll dann das Problem L 70 Thema der Ausschusssitzung sein. "Wir versuchen alles, was möglich ist. So kann es jedenfalls nicht weiter gehen", macht Roland Koch von der Bürgerinitiative deutlich. Man könne keine Nacht mehr ruhig schlafen, sagen die Anwohner mit Hinblick auf den Verkehr und den schlechten Zustand der Straße. "Der Verkehr nimmt immer weiter zu. Das liegt auch daran, dass Lkw-Fahrer Mautstrecken umfahren und so durch die Ortschaften rollen, um Geld zu sparen. Die Anwohner sind es, die darunter leiden müssen", erklärte Ulrich Biermann, Mitglied des Verbandsgemeinderates, und munterte die Anwohner auf, einen langen Atem zu haben.