Unter dem Titel Jung Young spielen, singen und interpretieren Thomas Rühmann und Rainer Rohloff am Sonntag, 30. März, 16 Uhr, im Salzlandtheater Staßfurt Neil Youngs Musik. Der Kartenvorverkauf ist bereits in vollem Gange. Mit dem TV-Serienstar sprach Volksstimme-Redakteur René Kiel.

Volksstimme: Waren Sie schon einmal in Staßfurt? Woran denken Sie, wenn Sie den Namen der Stadt hören?

Thomas Rühmann: Ich kenne Staßfurt vor allem aus meiner Kindheit und war mit meinem Vater oft in Sachsen-Anhalt unterwegs, auch auf Abstecher in Staßfurt. Ansonsten habe ich im Salzlandtheater schon zwei Mal gespielt. Zusammen mit Tobias Morgenstern. Das Haus war voll.

Volksstimme: Worauf können sich Ihre Fans freuen, die Ihr Konzert am 30. März im Salzlandtheater in Staßfurt besuchen?

Thomas Rühmann: Sie erwartet die herrliche, sehr besondere Musik von Neil Young. In ganz unterschiedlichen Stilistiken zwischen akustischer und elektrischer Gitarre. Es wird leise, manchmal schön laut. Der Gitarrist Rainer Rohloff ist ein Virtouse. Er macht die Kunst, ich die Basics. Und wir versehen Neil Youngs Musik mit den Texten und Nachdichtungen von Gerhard Gundermann. Damit rücken die Songs näher an uns ran. Dazu gibt es die schöne Geschichte von Navid Kermanis neugeborenem Baby mit der Drei-Monats-Kolik. Der verzweifelte Vater spielt ihr Neil Young vor. Dessen Stimme erklingt und das Baby wird still. Sie findet Youngs Musik zumindest passabel. Also: das Grundthema des Abends ist "Jung Young". Wie fängt alles an? Wie schließen sich die Kreise?

Volksstimme: Seit 1998 spielen Sie die Hauptrolle des Roland Heilmann in der erfolgreichen TV-Serie "In aller Freundschaft". Wie oft werden Sie im Privatleben auf der Straße angesprochen und um eine Diagnose gebeten?

Thomas Rühmann: Das passiert Gott sei dank nicht. Die Leute sind ja nicht bekloppt. Erste Hilfe könnte ich leisten.

Volksstimme: Macht Ihnen die Arztrolle nach so vielen Jahren noch Spaß? Wie lange können Ihre Fans noch mit Roland Heilmann "In aller Freundschaft" rechnen?

Thomas Rühmann: Bis jetzt hatte ich noch nix zu meckern. Den Machern fällt nach wie vor etwas ein. Klar, manches wiederholt sich, aber es gibt noch viel Neues zu entdecken. Deshalb bleibe ich noch eine Weile.

Volksstimme: Womit entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Konzert oder Drehtag am besten?

Thomas Rühmann: Wenn der Drehtag nicht ganz so lange dauert, gehe ich abends gern joggen. Vor allem im Sommer. Im Winter bin ich etwas fauler. Nach einem Konzert darf`s ein kaltes Bier sein. Ansonsten Lehmanns sächsischer Weissburgunder aus Diesbar-Seußlitz.

Volksstimme: Von Ihnen ist bekannt, dass Sie sich sehr stark gegen die Massentierhaltung engagieren. Jetzt wurde angekündigt, dass der italienische Konzern Bresaole Pini in unserer Kreisstadt Bernburg einen Riesen-Schlachthof mit einer Kapazität von rund 24 000 Schweinen pro Tag errichten will. Schon genehmigt sind der Bau einer weiteren Schweinemastanlage in Neundorf mit 5400 Tieren und einer Anlage für 450 000 Legehennen im rund 20 Kilometer entfernten Schackenthal. Was sagen Sie dazu?

Thomas Rühmann: Ich halte die Massentierhaltung für einen Irrweg, den wir alle teuer bezahlen. Die Tiere sind nur noch Industrieobjekt. Sie haben ein grausiges Leben, stehen auf ihren eigenen Exkrementen, werden vollgepumpt mit Antibiotika. Keiner braucht das Fleisch hier im Lande. Es wird vor allem nach Asien exportiert. Wir haben deshalb im "Theater am Rand" im Oderbruch ein Stück auf dem Spielplan, das diese Problematik behandelt. "Mitten in Amerika", heißt es. Wir spielten vor einigen Jahren in Querfurt für die dortige Bürgerbewegung gegen eine geplante Groß-Anlage und sind ziemlich stolz, das Ganze mit verhindert zu haben.

Volksstimme: Was können die Bürger dagegen unternehmen?

Thomas Rühmann: Es ist schwierig, weil die Politik zumeist auf Seiten der Investoren steht. Trotzdem hilft nur eins: sich organisieren, Bürgerbewegungen gründen, den Verantwortlichen auf die Nerven gehen, sich Partner suchen. Rechtsanwälte zum Beispiel. Da hilft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Es ist ein langer Weg, aber die Nichtgenehmigungen solcher Anlagen nehmen langsam zu. Trotzdem gibt es noch viel zu viele.