Löderburg (rki) Mit großer Bestürzung hat Sabine Scholl aus Löderburg bei ihren Spaziergängen im Ort eine große Zahl von toten Karpfen im Salzteich registriert.

"Das Umweltamt des Salzlandkreises wurde am 18. März von der Stadt Staßfurt über das Fischsterben im Salzteich in der Ortslage Löderburg informiert. Daraufhin wurde über den Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt (LHW) in Magdeburg die Entnahme von Wasserproben aus dem Salzteich veranlasst", teilte die Pressesprecherin der Landkreisverwaltung, Ingrid Schildhauer, auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme mit.

"Nach Auswertung dieser Proben", so Schildhauer, "ist das Fischsterben in Löderburg neben vermehrtem Algenwachstum (Goldalgen) auch auf die vorherrschenden Witterungsbedingungen und der damit einhergehenden Wasser-umwälzung in diesem Flachgewässer zurückzuführen."

Jürgen Matejik, 1. Vorsitzender des Sportfischervereins Löderburg 1933

Wegen des stürmischen Wochenendes am 15. und 16. März sei es dort infolge der Durchmischung des Salzteiches zu einer vorübergehenden Sauerstoffarmut und starken Tag-Nacht-Schwankungen des Sauerstoffgehaltes aufgrund der Photosynthese beziehungsweise der Atmungstätigkeit des starken Phytoplanktons gekommen.

Schildhauer: "Die untere Wasserbehörde des Fachdienstes 42 des Salzlandkreises hat die Stadt Staßfurt bereits über die Ursachen des Fischsterbens im Salzteich in Löderburg informiert und gebeten, diese Informationen neben Hinweisen zur zukünftigen Teichbewirtschaftung an den örtlichen Angelverein weiter zu leiten."

Der 1. Vorsitzende des rund 190 Mitglieder zählenden Sportfischerverein Löderburg, Jürgen Matejik, äußerte sich gestern entsetzt über das Fischsterben. "Das ist ein Trauerspiel und schlimm", sagte er der Volksstimme.

Dass im Salzteich, der mit dem vom Verein betreuten Kreuzteich verbunden ist, etwas nicht stimmt, haben die Angler vor rund zehn Tagen mitbekommen. "Wir haben sofort die Untere Fischereibehörde und das Veterinäramt des Landkreises eingeschaltet", sagte Matejik.

Daraufhin seien dort Wasserproben und auch tote Fische zur Untersuchung entnommen worden. Das Ergebnis der Prüfungen ist dem Sportfischerverein gestern erst durch die Staßfurter Volksstimme bekannt geworden.

Wie der Matejik mitteilte, sei auch sein Verein davon betroffen. "Das ist schlimm für uns. Acht Zentner tote Fische haben wir schon aus dem Wasser rausgeholt", sagte der Vereinschef. Die nächste große Beräumungsaktion wollen die Angler heute Vormittag am Salzteich starten.

Wenn Sauerstoffmangel die Todesursache sei, könnte man die verbliebenen Fische durch das Umsetzen in ein anderes Gewässer retten, regte der Vereinschef an.