Atzendorf l Das hätte Marita Rasehorn nie gedacht, so ein Aufstand wegen ihr. Und das zu Recht, anlässlich ihres 65. Geburtstages wurde die Mutter der Feuerwehr Rasehorn mit allem, was dazu gehört, feierlich verabschiedet, wobei die Planung noch der einfache Teil der geheimen Aktion war.

Als wenn sie irgendetwas ahnte, Tag für Tag mussten sich Familie, Freunde und Mitwissende neue Ausreden einfallen lassen und vom Thema ablenken, damit sie wenn`s ums Thema Geburtstag geht, nichts bemerkt. Der Spielmannszug aus Biere, zu dem schon seit Jahrzehnten ein enges freundschaftliches Verhältnis besteht, ließ es sich nicht nehmen ein ordentliches Ständchen für Marita und die geladenen Gäste vorzutragen. Als kleines Highlight wurde ein bunt geschmückter Kremserwagen samt Traktor organisiert und die Frauen aus der Wehr holten sie selbstverständlich von zu Hause ab. Mit ordentlicher Stimmung und Musik im Wagen ging es im gemütlichen Tempo um die Kirche und durch das halbe Dorf. Angekommen am Gerätehaus traute sie ihren Augen nicht, alle waren sie da, von Klein bis Groß von Jung bis Alt. Die Leiterin der Frauengruppe aus Atzendorf Christel Görmer verlas lustige Anekdoten aus dem Leben und erinnerte wie es damals war. Im Nachthemd ist sie bei Alarm durchs ganze Haus und über die Straße gefegt, hat alle Türen und Tore aufgemacht, damit Ehemann Roland und Kinder Matthias und Danny Rasehorn schnell zum Feuerwehrhaus kamen. Und hat es doch mal länger gedauert, trafen sich nachts die Feuerwehrfrauen nur mit Nachthemd und Bademantel bekleidet im alten Gerätehaus, haben Schnittchen geschmiert, Kaffee gekocht und anschließend alles im Fahrradkorb zur Einsatzstelle gebracht.

Heute geht es ruhiger zu. Sie passt, wenn die Sirene erklingt, auf die Enkelkinder auf und hat ihre Leidenschaft dem Basteln gewidmet. Da sie aber auch die Arbeit von Ehemann Roland im Kreisfeuerwehrverband sehr schätzt, unterstützt sie auch hier, wo sie nur kann. Zusammen organisieren und planen sie für die Alters- und Ehrenabteilung. Total überrascht und sprachlos bedankte sich Marita bei allen, die sie überraschten, besonders beim Spielmannzug Biere und den Oldtimer- und Traktorfreunden aus Atzendorf.