Nach seinem Umzug von Glöthe nach Staßfurt öffnet das private Fahrzeugmuseum Staßfurt morgen um 12 Uhr in der neuen Betriebsstätte (ehemaligen Deltahalle) auf dem Berlepsch-Schacht-Gelände wieder seine Pforten.

Staßfurt l "Nach der Schließung des Museums in Glöthe haben wir nun direkt in Staßfurt eine wunderschöne Ausstellungshalle zur neuen Präsentation der Fahrzeuggeschichte des Ostens in einer einzigartigen Zusammenstellung für den Betrachter eingerichtet", sagte Museumschefin Kerstin Schramm.

Auf einer Fläche von rund 1300 Quadratmetern stellt sie zusammen mit ihrem Ehemann Ingo rund 200 Exponate aus. Dabei handelt es sich um eine ganz besondere Schau vom Kinderroller bis zum Polizeieinsatzwagen.

"Wir zeigen hier in Staßfurt in erster Linie die 60-jährige Fahrzeuggeschichte des Ostens", sagte Ingo Schramm. Er legt aber wert auf die Feststellung, dass es sich hier nicht um reines DDR-Museum handelt. "Denn die Hälfte unserer Exponate stammt aus der Zeit nach der Wende", sagte er unter Hinweise auf die Mz-Motorräder, die Simson-Mopeds und die Polizei-Motorräder.

Das älteste Museumsstück ist ein Fahrrad aus dem Jahr 1921.

Im Gegensatz zu dem alten Standort, dem alten Rittergut in Glöthe habe die neue Halle in Staßfurt die Möglichkeit geboten, die Themenfelder Camping und Freizeit, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Polizei und Spielzeug noch zu erweitern, sagte Schramm.

Das Gebäude in Glöthe, wo nur rund 700 Quadratmeter zur Verfügung standen, sei nicht mehr zukunftsfähig gewesen. Dort habe es keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr gegeben.

Angefangen hatte Kerstin Schramm vor Jahren als Existenzgründerin. Die private Sammlung wuchs dann mit der Gründung des Fahrzeugmuseums im Jahr 2004.

Danach bekam sie immer mehr Fahrzeuge als Spende und Dauerleihgabe von Technikfreunden, die froh waren, dass ihr einstmals bestes Stück nicht verschrottet werden muss und auch nicht in einem dunkeln Museumsmagazin verschwindet. In Staßfurt können die alten Besitzer ihren Freunden, Kindern oder Enkeln stolz zeigen, mit welchem Motorrad sie einst durch die Lande düsten und die Frauen beieindruckten.

Unbedingt gesehen haben müssen die Besucher auch die vielen Fahrzeuge, die zu DDR-Zeiten als Eigenbauten entstanden. So gelang es Familie Schramm zum Bespiel im Jahr 2009 einen selbstgebauten Hubschrauber in Bernburg für ihr Fahrzeugmuseum zu gewinnen. Dort können aber auch andere Kreationen, die aus einem Trabi oder Wartburg entstanden, bestaunt werden.

Einmalig ist auch die Schau mit Polizei-Motorrädern, die es nirgendwo anders in einer solchen Vielfalt zu sehen gibt, sagte Schramm.

Die offizielle Eröffnung der für den neuen Zweck hergerichteten ehemaligen Deltahalle (hinter der ehemaligen Volksschwimmhalle und heutigem Container-Dienst Schaaf) Hauses erfolgt am morgigen Sonnabend um 12 Uhr.

Kerstin und Ingo Schramm würden sich freuen, wenn sie auch an dem neuen Standort viele Besucher begrüßen können. "Ab Sonntag ist dann immer freitags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet", teilte die Museumschefin mit.

Jetzt fehlt nur noch eine ordentliche Ausschilderung. Da hoffen Schramms auf die Unterstützung der Stadt.