Morgen schwärmen sie wieder aus: Osterhasen werden in vielen Gärten bei hoffentlich schönem Wetter ihren Job als fleißige Verstecker antreten. In Hecklingen hat die Volksstimme sich pünktlich zum Fest mit einem Mann getroffen, der "Schlappohr-Experte" ist, weil er die Tiere seit vielen Jahren züchtet.

Hecklingen l Hans-Günther Kühne ist für jeden Spaß zu haben. Gern hat er sich bereit erklärt, seine putzigen Tiere aus aktuellem Anlass für die Zeitung ins Rampenlicht zu rücken. Er öffnet die Tür seines riesigen Stalls und da sind sie: Putzige Gesellen mit braunem oder grauem Fell, Jungtiere und alte Hasen, kleine und große Exemplare. Jedes Tier hoppelt in seiner eigenen Box auf frischem Stroh. Doch welches kann den Job des Viereiners zum Osterfest am ehesten übernehmen? "Hier haben wir ein sportliches Hasenkaninchen", erklärt Kühne, dass diese Rasse in der Tat so heißt. Es handelt sich dabei um einen guten Läufer. Schlank mit braunem Fell sieht das Langohr geradezu graziös aus. Sogar beim Foto zappelt der Rammler nicht rum. Anders ein Chinchilla. Er sieht zum Anbeißen süß aus.

Hobby begeistert Hecklinger seit über 40 Jahren

Dick und flauschig, so wie man sich einen Osterhasen vorstellt. Beim Herausnehmen fuchtelt er wild mit den Pfoten. Auf der Wiese dann macht er vor der Kamera aber eine hervorragend ruhige Figur.

"Hier haben wir ein sportliches Hasenkaninchen"

Seit 40 Jahren züchtet Hans-Günther Kühne Kaninchen mehrerer Rassen. Wie viele Tiere aktuell in seinem Reich eine Heimat haben, kann er so genau nicht sagen. "Zirka 80" schätzt der Tierliebhaber aus Hecklingen den Umfang seiner niedlichen Truppe.

Wie er zu dem Hobby fand, weiß er aber noch ganz genau. Ein Freund, der damals Mitglied im Verein in Hecklingen war, nahm ihn zu einer Sitzung mit und so fand seine Leidenschaft ihren Lauf.

Kleinchinchillas sind seine Lieblinge. Diese Rasse mag er besonders. Warum? "Farbe und Form sind schön", nennt der Hecklinger den Grund für seine Vorliebe. Das ist für ihn aber natürlich kein Grund, die Zwergchinchillas zu bevorzugen. Morgens dauert das Füttern der hungrigen Meute bei ihm mittlerweile aber nicht länger als eine halbe Stunde. Regelmäßige Ausmistungsaktionen nehmen dafür mehr Zeit in Anspruch. Doch Sauberkeit hat natürlich Vorrang, um allen zusammen ein glückliches Leben zu bieten. Riesen-Rüben liegen zur Zerkleinerung schon bereit. Außerdem gibt es Korn und Pallads sowie frisches grünes Gras und Speckblumen, verrät Kühne die Leibspeisen der putzigen Mannschaft im Bau.

Diese gute Pflege hat dem Züchter, der auch als Preisrichter auf Schauen unterwegs ist, erst kürzlich wieder eine große Trophäe eingebracht. Er darf sich Landesmeister nennen. Nach mehreren zurückliegenden Jahren, in denen er nicht ausstellte, hat er im letzten Jahr wieder bei einem Ausscheid um das schönste Prachtexemplar mitgemacht.

Eine besonders große Möhre zum Fest für die Tiere

Und was macht ein Kaninchenzüchter am Ostersonntag? "Natürlich müssen die Tiere gefüttert werden", schmunzelt Kühne.

Sein Hobby kennt keinen Feiertag. Aber zum Mittagessen gibt es bei den Kühnes keinen Hasenbraten an diesem Tag. Lamm steht auf dem Speiseplan. Und für die 80 potenziellen Osterhasen im Stall gibt es zum Fest eine besonders große Möhre.

 

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