Welch hohes Engagement, welche Verantwortung in der Arbeit der Lebenshilfe mit behinderten Menschen, bei der Kinder- und Jugendhilfe steckt, wurde zur Mitgliederversammlung des Vereins Mittwochabend deutlich gemacht. Zudem stellt die Lebenshilfe Bördeland als Einrichtungsträger bei einem Jahresertrag von knapp 27 Millionen Euro einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Staßfurt l "Wenn für Henry Maske das Boxen die ultimative Form des Kampfes ist, ist die Arbeit mit und an den Behinderten die ultimative Form der Nächstenliebe", sagte Robert Antretter in seiner Gastrede. Der ehemalige Vorsitzende der Bundesvereinigung der Lebenshilfe Deutschland würdigte mit diesen Worten nicht nur die Arbeit der rund 500 Beschäftigten der Lebenshilfe Bördeland gGmbH und deren Tochtergesellschaft Böla Staßfurt Dienstleistungs GmbH, insbesondere auch die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden des Lebenshilfe Staßfurt und Umgebung e.V.

Dieter Labudde hatte die damalige Lebenshilfe Staßfurt 1990 mit 40 Mitstreitern mitgegründet. Er habe entscheidend die Entwicklung geprägt.

In seinem letzten Geschäftsbericht nannte Labudde beispielsweise einen Jahresertrag der Bördeland gGmbH 2013 von knapp 27 Millionen Euro (weitere Zahlen am Rand rechts).

Wie das im Einzelfall aussieht, zeigten Menschen mit Behinderungen in einer beeindruckenden und zu Herzen gehenden Präsentation. In der dankten sie authentisch dafür, dass ihnen die Lebenshilfe "in Zeiten geholfen hat, in denen es uns nicht so gut ging", dass sie ein schönes Zuhause haben, "für die schönen Erlebnisse bei Fahrten nach Pullman-City", und auch speziell "für die Zeit mit Dieter Labudde" als Geschäftsführer und Vereinsvorsitzender der Lebenshilfe. Mario Wagner: "Sie haben mir nach meiner Entlassung im CAS sehr geholfen. Ich habe vor über 20 Jahren eine Beschäftigung bei der Lebenshilfe gefunden. Sie hinterlassen eine große Lücke." Letzterem widersprach der völlig überraschte Geehrte schließlich, dass da ein neuer Vorstand seinen Platz hervorragend ausfüllen werde. Labudde gab den politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen zu verstehen, dass Menschen mit Behinderungen noch immer die Teilhabe am 1. Arbeitsmarkt versagt sei. Angesichts der ständig steigenden Zahlen von Senioren mit Behinderungen würde es beispielsweise eher helfen, behindertengerechte Wohnungen zu bauen, als immer mehr soziale Dienste zu bemühen. In Förderstedt habe man nicht eine entsprechende Wohnung gefunden. Und auch die Barrierefreiheit in Staßfurt lasse zu wünschen übrig.

Solche gesamtgesellschaftlichen Probleme zu lösen, dafür trete sie als neue Vorsitzende an, erklärte Denise Neubert schließlich. Sie wolle die Stadt aktiv mitgestalten, stehe für einen Dialog zur Verfügung.

 

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