Auf dem Hecklinger Wachtberg klappert es wieder. Seit ein paar Wochen haben Adebar und Gattin Quartier bezogen. Die Volksstimme sprach dazu mit einem, der sich auskennt: Klaus Lotzing von der Fachgruppe Faunistik und Ökologie aus Staßfurt weiß viel über die Schreitvögel mit dem langen Hals.

Hecklingen l Störche sind nicht partnertreu. Das kann Klaus Lotzing mit Sicherheit sagen, als er gefragt wird, ob das Nest auf einem Schornstein des Hecklinger Wachtberges immer von den selben Störchen bewohnt wird. "Weißstörche leben nicht, wie vielfach angenommen, in lebenslanger Partnerschaft." Vielmehr könne ein Paar über mehrere Jahre gemeinsam brüten, eine neue Paaarzusammenstellung danach sei nicht ausgeschlossen.

Weißstörche leben nicht, wie vielfach angenommen, in lebenslanger Partnerschaft."

"Hierfür gibt es keine festen Regeln", erklärt Lotzing. Und was sind die Gründe hierfür? Lotzing erklärt, dass ein Partner plötzlich ausfallen kann, etwa durch Verluste im Winterquartier oder wenn ihm auf dem Zug nach Hause etwas zustößt. Und wenn er zu spät am Brutplatz ankommt, kann es sein, dass der oder die Liebste bereits für Ersatz gesorgt hat und der Nistplatz schon von einem anderen Partner belegt ist. "In solchen Fällen kommt es oft zu Horstkämpfen zwischen den Tieren, bei denen sich der Stärkere durchsetzt und dann in dem Horst brütet. Unter Umständen finden sich die jeweiligen Horstpaare also jährlich neu."

In Hecklingen fühlen sich Weißstörche seit nunmehr fünf Jahren heimisch. Ihr Nest wurde dem Experten zufolge, der das von einem Anwohner weiß, künstlich angelegt. Die Störche haben ihren Horst auf einem alten Backsteinschornstein auf dem Gelände der ehemaligen Rinderstallanlage also nicht selbst gebaut. 2009 flog dort im Mai erstmals ein Brutpaar ein. Im August verließen die langbeinigen Tiere ihr Quartier. Nachwuchs blieb aus.

Das Nest schien aber gemütlich gewesen zu sein. Ein Jahr später war es wieder besetzt. Dazu Klaus Lotzing: "Am 4. April 2010 wurde der Horst erneut von einem Weißstorch besetzt und über mehrere Tage ausgebessert. Anschließend hat der Storch den Horst für mehrere Tage verlassen und kam danach mit einem beringten Partner zurück." Zusammen werkelte das Paar weiter am Domizil. Der Nestbau fruchtete. "Am 2. Mai 2010 wurde mit der Eiablage und der Brut begonnen." Mit Erfolg: Zwei Jungstörche wurden erstmals flügge.

Und die Folgejahre führten weitere Brutpaare auf den Wachtberg. Der Nachwuchs blieb nicht aus. 2011 und 2012 wurden jeweils zwei junge Tiere gesichtet. 2013 dann neue erfreuliche Nachrichten: Drei Tiere schlüpften im heimischen Horst.

Und ihnen schmecken nicht nur Frösche. "In Feuchtgebieten ernährt sich der Storch von anderem dort lebenden Kleingetier. In Trockengebieten steigt er auf Insekten, kleine Reptilien und Kleinsäuger um." Feldmäuse sind demnach ebenfalls ein Leckerbissen, der zur Hauptnahrung wird, wenn die Nager überhand nehmen.

 

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