Beim sechsten Bahnhofsfest in Egeln standen am Wochenende Dieselloks im Vordergrund. Zwei Tage ließen sich die stählernen Ungetüme erleben und erkunden. Die Veranstaltung zog wieder viele Bahnfans aus der ganzen Republik an.

Egeln l Nohab heißt die Diesellok, die beim sechsten Bahnhofsfest in Egeln der Star ist. Die von General Motors produzierte Lok kam vor 60 Jahren auf die Schiene. In Deutschland ist das Modell aber selten zu sehen, sagen die Egelner Eisenbahnfans. Nur neun bis zehn Loks der Baureihe fahren hierzulande herum.

Stundenlang ließen sich die tonnenschweren Lokomotiven auf dem Egelner Bahnhofsgelände in der Fahrt oder im Stand fotografieren. Das Bahnhofsfest verbreitet sich über die sozialen Medien im Internet in der ganzen Republik. Gern lassen die Lokführer das interessierte Publikum in der Lok mitfahren.

Zwei Tage lang herrschte rege Betriebsamkeit auf dem Egelner Bahnhof. Die Mitglieder des Vereins Nebenbahn Staßfurt-Egeln hatten mit der Durchführung der Veranstaltung genug zu tun. Der kleine Bahnhof glich einem Taubenschlag. Der Fahrdienstleiter musste hier die kleinen Züge im Blick haben und dauernd darauf achten, dass die Lokomotiven auf den richtigen Gleisen unterwegs waren.

Vereinschef Mirko Mokry ist zufrieden mit dem Besucheransturm. Seine V 90, eine Diesellok, hat der Vereinschef mitgebracht. Mit einem Knopfdruck lässt er die Maschine an. Doch fahren wird Eileen Hedermann. Sie hat erst im März ihren Führerschein für die 80 Tonnen schwere Lok gemacht. Zuvor ist sie viele Jahre als Zugbegleiterin der Bahn unterwegs gewesen. Der Job habe ihr aber keine Freude mehr bereitet. Ständig sei sie der "Prellbock" für die Reisenden gewesen, schildert sie. Deswegen habe sie die berufliche Neuorientierung gesucht und den Führerschein gemacht. Künftig wird sie Güterzüge in der Region steuern.

Einen kleinen Zug hat Helmut Werner mitgebracht. Auf dem Bahnhofsgelände wirbt er für die Harzer Schmalspurbahn und die Interessengemeinschaft. Mehrfach im Jahr führt der Verein Sonderfahrten zum höchsten Berg Norddeutschlands durch.

Das Bahnhofsfest ist wieder einmal Treffpunkt vieler Bahnfans. Doch auf die Frage, was sie so an den Zügen fasziniert, wissen nur wenige Besucher und Vereinsmitglieder Antworten. Offenbar ist es aber die Größe der Maschinen, die die Menschen beeindruckt.

Während draußen die Fotokameras klicken, hat der Fahrdienstleiter alle Hände voll zu tun. Vor allem die Schranken muss er immer wieder schließen. Die schlossen sich vor ein paar Wochen mal allein, schildert Mirko Mokry. Eine Katze hatte sich in das Gebäude geschlichen. Den Platz am Fenster fand sie toll. Also legte sie sich dort hin. Genau auf die Taster für die Schranke. Erst nach mehr als einer halben Stunde wurde dies bemerkt.

   

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