Mit handfesten Zahlen und Fakten zur neuen Bodebrücke versorgte Bauleiter Rolf Meier Montagabend - an seinem Feierabend - den Bauausschuss. Gestern verarbeiteten die Osterburger Brückenbauer 600 Kubikmeter Beton in einem Guss für den Überbau.

Staßfurt l Bevor die Staßfurter Bauausschussmitglieder zu ihrer letzten Sitzung in der scheidenden Wahlperiode ins Rathaus einzogen, hatten sie sich Montagabend mit dem Bauleiter auf der Baustelle verabredet. Rolf Meier erklärte bereitwillig Größen, Gewicht und andere Details sowie Technologien zum neuen Bauwerk über die Bode. Der etwa 50 Meter lange und an den Enden 19 Meter (Nordseite) und zwölf Meter (Süd) breite Überbau ruht auf 67 Bohrpfählen aus Stahlbeton. Die sind im Schnitt 13 Meter tief im Grund verankert. Ein Pfeiler statt zwei bei der alten Brücke steht nun im Flussbett.

Der Überbau mutet derzeit noch als zu hoch gebaut an. Bauleiter Meier konnte auch diese Frage klären: Das rund 1500 Tonnen schwere Bauwerk wird noch um etwa einen Meter abgesenkt. Die 1000 Millimeter hohen Doppel-T-Träger werden nämlich entfernt, sobald der Beton seine Festigkeit erreicht hat. Die hydraulische Absenkung des Überbaus geschieht innerhalb von zwei Tagen.

Doch gestern wurden erst-einmal 550 Kubikmeter Beton gegossen. Rolf Meier beschreibt: Ein Kubikmeter Beton entspricht einem Gewicht von etwa 2,5 Tonnen. 80 Transportfahrzeuge waren unterwegs, um den zähflüssigen Baustoff aus Mischwerken in Staßfurt und Wanzleben anzukarren.

Bauleiter Meier schätzte, dass dieser Kraftakt innerhalb zehn Stunden erledigt sein würde. Zwei Pumpen übertrugen den Beton von den Fahrzeugen mit ihren sieben Kubikmeter fassenden Drehtrommeln an Ort und Stelle, wo es die Bauleute um Vorarbeiter Hansi Soika zwischen die Stahlgeflechte einbauten.

Geht alles glatt, wird in das Ganze mit Unterstützung der Spannlitzen in den einbetonierten Hüllrohren zwei Tage nach dem Guss die Schwindvorspannung eingebracht, nach zehn Tagen die Endspannung. Dann haben die Brückenbauer 80 Prozent ihrer Arbeiten erledigt. "Ende August sind wir dann hoffentlich durch", gibt Rolf Meier noch bekannt. Dann wird die Brückenfahrbahn mit acht Zentimeter Asphalt bedeckt sein, die kombinierten Rad-Gehwege werden mit sogenanntem Kappenbeton 22 Zentimeter versehen.

Bei aller positiven Einschätzung - das Ausbleiben des Frühjahrshochwassers nahm den Bauleuten einen gewissen Druck - ein bitterer Beigeschmack bleibt ihnen von Staßfurt. "Wir hatten angenommen, dass es bei so einem Baustellenstandort mitten in der Stadt ohne nennenswerte Diebstähle abgeht", so der Bauleiter, "aber hier wurden Bauwagen aufgebrochen, die Baustromversorgung wurde angegriffen...". Bauholz habe er schon nur schubweise bestellt. Selbst ein aus Arbeitsschutzgründen angebrachter Rettungsring fand neue Besitzer.

 

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