Im Egelner Waldbad bereitet sich Schwimmmeister Sven Bolte auf die nahende Saison vor. Ende Mai sollen sich die Türen bereits für die Badegäste öffnen. Bis dahin gibt es aber noch reichlich Arbeit.

Egeln l In Zeiten knapper Kassen gibt es nicht mehr viele Freibäder in den Kommunen. Die sogenannten freiwilligen Leistungen kann sich nämlich kaum noch eine Gemeinde leisten. Die Egelner Mulde bildet hier die Ausnahme. Das Waldbad Egeln startet in einigen Wochen in die kommende Saison.

Seit Wochen bereitet Schwimmmeister Sven Bolte die Freizeiteinrichtung auf den Hochsommer vor. Gleich im Frühling hat er wie in den zurückliegenden Jahren auch das große Becken frisch gestrichen. "Dazu muss es absolut trocken sein", schildert er. Eine Woche ist er mit dem frischen blauen Anstrich für das Schwimmerbecken beschäftigt.

Seit Tagen läuft das Schwimmerbecken voll. 3750 Kubikmeter Wasser fasst das Becken. Es dauere eine Weile, bis die gewaltige Wassermenge durch die vergleichsweise dünnen Rohre in den Pool gelaufen sei.

In den kommenden Wochen soll sich das Wasser langsam erwärmen. Aktuell zeigt das Thermometer 14 Grad Celsius. "Das ist zum Baden noch viel zu kalt", weiß Sven Bolte. Mit dem Kescher ist er dauernd am Beckenrand unterwegs, um Blätter oder auch Tiere aus dem Becken zu fischen. Vor allem Frösche tummeln sich morgens in einer großen Zahl im Becken. Nachts hüpfen die Frösche in den Pool und kommen dann nicht mehr heraus. Aber auch kleine Eidechsen und andere Tiere muss Sven Bolte regelmäßig aus dem Becken holen.

Seit Anfang April kümmert er sich ebenfalls mit weiteren Mitarbeitern der Stadt um die Rasenpflege auf der Anlage. Wöchentlich wird der Rasen seit der Zeit geschnitten, schildert er.

Sobald das große Becken gefüllt ist, soll auch das Kinderbecken aufgefüllt werden. Aktuell wird aus dem Becken das Regenwasser abgelassen. Denn der Regen sei besonders stark mit Algen durchsetzt, hat der Schwimmmeister die Erfahrung gemacht.

In den kommenden Wochen will er außerdem noch ein Ballfangnetz am Volleyballplatz installieren. Damit sollen die Bälle nicht mehr so leicht in den Wald fallen können.

Gern hätte der Schwimmmeister einen Sprungturm im Waldbad aufgebaut. Nur hat ihm die Verbandsgemeinde dazu die Mittel nicht bewilligt. "Mit einem Sprungturm könnte die Attraktivität des Waldbades noch weiter gesteigert werden", ist er überzeugt. Rund 10 000 Euro müsste die Kommune dazu investieren. Aber es wird wohl nur beim kleinen Sprungbrett bleiben.

Der Verbandsgemeinderat wird sich in der kommenden Sitzung mit den Eintrittsgeldern für das Waldbad befassen. Viele Jahre lang wurde der Tarif bislang nicht verändert, heißt es aus der Verwaltung. Die Preise müssten leicht angehoben werden, weil in den vergangenen Jahren vieles teurer geworden sei, heißt es weiter. Kaum eine andere Einrichtung sei so günstig wie das Waldbad in Egeln.

Viele Besucher wünscht sich der Schwimmmeister in diesem Sommer wieder. Allerdings schränkt er dies etwas ein, was Kinder ohne erwachsene Begleitung angeht. Einige schlechte Erfahrungen habe er im vergangenen Jahr machen müssen, erzählt er. Zahlreiche kleine Kinder weit unter zehn Jahren seien teilweise mit ihren noch kleineren Geschwistern allein von Eltern ins Waldbad geschickt worden. Teilweise habe er die Kinder auf die Bank am Einlass setzen müssen, weil er nicht auf alle Kinder gleichzeitig aufpassen könne. Wichtig sei ihm, dass kleine Kinder auch von Erwachsenen begleitet werden. Künftig wolle er sich dafür einsetzen, dass dies zur Vorschrift beim Besuch des Waldbades werde, erklärte er weiter.

Zahlreiche Aktionen sind für den Sommer ebenfalls geplant. Ein großes Kinderfest soll es in der Einrichtung geben. Im vergangenen Jahr sei das Wetter so toll gewesen, dass es bei der Veranstaltung keinen Platz mehr auf der Liegewiese gegeben habe.

Aber wie das Wetter den Sommer über wird, sei jetzt noch nicht abzusehen. Noch gibt es für den Schwimmmeister viel zu tun. So müssen vor der Eröffnung zunächst Wasserproben von den Fachleuten der Kreisverwaltung gezogen werden. Erst wenn die Behörde die bislang gute Wasserqualität bestätige, gehe der Betrieb los. Und an der Zuwegung gebe es ebenfalls noch einiges zu tun, meint der Schwimmmeister. Da müsse er auch noch einmal ran, sagte er.