Eigentlich wollte er die Volksstimme auf illegal entsorgten Müll aufmerksam machen. Als Helmut Zander Mittwoch dabei am ehemaligen Wasserwerk zwischen Güsten und Rathmannsdorf auf vermeintliche Kanister stößt, wird klar: Es sind die Verpackungen der Kupferdrahtrollen, die vor fast genau einem Jahr bei einem Einbruch bei der Firma Elektrobau Hahn verschwunden waren.

Güsten l Nicht nur das Umweltamt ist damit wieder auf den Plan gerufen. Jetzt hat auch die Kripo wieder neue Hinweise zum Fall der in der Nacht zum 5. Mai 2013 gestohlenen 200 Rollen mit haarfeinem Kupferdraht. Der Firma Elektrobau Hahn war immerhin ein Schaden von 100 000 Euro entstanden.

"Es ist ja nicht so, dass ein Fall für immer abgeschlossen ist, wenn die Polizei nicht weitergekommen ist", erklärt Marco Kopitz, Pressesprecher vom Revier Salzland. Den Hinweisen, die jetzt nach fast genau einem Jahr gekommen sind, werde man nachgehen. Spuren sind gesichert und werden ausgewertet. Die Polizei ist auf jeden Fall nach wie vor dankbar für Hinweise, die den Diebstahl der 200 Kupferrollen betreffen. Nun eben auch dazu, wie die schwarzen Plastikverpackungen auf das Gelände des ehemaligen Wasserwerks gelangt sind. Wer verdächtige Personen- wie Fahrzeugbewegungen im Bereich der Kurve am Wasserwerk bemerkt hat, wird gebeten, sich beim Revier zu melden (Telefon 03471/37 90).

Abgesehen davon verfolgt Bürgermeister Helmut Zander seinen "eigenen" Fall. "Wir hatten erst zum Frühjahrsputz etwa 100 Bürger im Einsatz. Sie sammelten 3,4 Tonnen Unrat und 30 Autoreifen zusammen", so Zander. Das hier sei ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich für eine saubere Umwelt einbringen, zeigt der Bürgermeister auf die Haufen Unrat vor den Plastikhülsen. Autoteile von der Stoßstange bis zum Radkasten, dazu Sitze und auch geschnittene, alte Biberschwanzdachziegel. Immer wieder unglaublich: auch Kühlschränke und Fernseher, die den normalen Recyclingweg über Wertstoffhöfe oder Handelseinrichtungen nehmen könnten. Im Neundorfer Busch landeten zudem zahlreiche Säcke mit Grünschnitt und eine ganze Fuhre Styroporplatten, die die Mitarbeiter des Güstener Bauhofs mittlerweile entsorgt haben.

"Es gibt immer wieder Bürger, die die Natur als ihren persönlichen Müllkübel betrachten."

"Es gibt immer wieder Bürger, die die Natur als ihren persönlichen Müllkübel betrachten", schüttelt Zander den Kopf. Eine mögliche Lösung, dass zumindest das Gelände hinter dem Wasserwerk nicht mehr zum Tatort verschiedenster Gangster wird, sieht der Bürgermeister darin, dass der Weg dorthin gesperrt wird. Dazu suche er eine Einigung mit der Stadt Staßfurt, auf deren Gemarkung die Zufahrt liegt, was bislang aber daran gescheitert sei, weil Landwirte den Weg bräuchten. Die Staßfurter Ordnungsamtsleiterin sieht eine Möglichkeit darin, eine Schranke zu installieren. "Dazu muss man sich mal an einen Tisch setzen", so Susanne Henschke.

 

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