Bauernmarktzeit in Glöthe. Traditionell lädt dazu die Landfleischerei ein. Die Besucher erleben die Vielfalt regionaler Produkte und kommen beim geselligen Geschäftstreiben miteinander ins Gespräch.

Glöthe l Von "Duroc"-Schweinen werden sicherlich die wenigsten Glöther schon einmal etwas gehört haben. Geschweige denn die anderen Gäste des Bauernmarktes im Staßfurter Ortsteil. Ingo Wöhlert, Chef der veranstaltenden Landfleischerei, allerdings kennt sich bestens mit den Grunzern aus. "Das ist eine ursprünglich aus den USA stammende und über einen dänischen Stamm nach Glöthe gekommene Rasse, die sich durch sehr zartes und angenehm schmeckendes Fleisch auszeichnet", sagt der Experte. Ingo Wöhlert denkt im Zusammenhang mit den "Duroc"-Schweinen ganz praktisch, hat Wurst in ihren vielen Facetten im Sinn.

Aber auch die kleinen Wege - von der Produktion hin zum Kunden. Denn der Bauernmarkt wolle zeigen, dass man für das Gute nicht in die Ferne schweifen müsse, dass das Angebot in der Region eine große Vielfalt biete. Deshalb lädt die Landfleischerei viele Anbieter ein. Die Kunden erlebten an den Ständen Honig oder Blumen aus Calbe, Spargel aus Zibbernick, Säfte aus Dessau-Roßlau oder Ziegenkäse aus Lindau. Denken die Kunden in diesen Kategorien, sei für viele etwas getan, meinen die Veranstalter - regionale Unternehmen würden gestärkt, es gebe Wertschöpfung vor Ort, Kunden freuten sich über gute Produkte.

Ingo Wöhlert macht aber auch deutlich, dass die Idee der kurzen Wege oft (noch) bürokratische Hürden nehmen muss. Er hat es am eigenen Leib erfahren. Denn er würde gern noch mehr von seinem "Duroc"-Schweinefleisch erzeugen. Aber sein Antrag auf Erweiterung der Produktion ist bei den zuständigen Behörden noch in Bearbeitung. Inzwischen fand ein sogenannter Erläuterungstermin in Glöthe statt und auch das Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ist positiv abgeschlossen. Nun muss Wöhlert warten, wie es weitergeht.

Das allerdings verdirbt ihm nicht die Laune, vielmehr freut er sich über den Zuspruch seines Bauernmarktes. Denn der dreht sich nicht nur ums Verkaufen, sondern will auch Treffpunkt sein. Einwohner aus verschiedenen Dörfern der Börde kommen dabei miteinander ins Gespräch. Man trifft nämlich hier nicht nur Glöther, sondern auch viele Förderstedter und auch Calbe und Brumby waren stark vertreten. So sprach Manfred Lepka, der erste Förderstedter Gemeinderatsvorsitzende, der mit seiner Frau Renate zum Einkaufen gekommen war mit dem Glöther Altbürgermeister Winfried Sperling, der ebenfalls mit Frau Gudrun die gleiche Absicht hatte. Die Besucher konnten sich auch am Stand des Kreisbauernverbandes mit Sitz in Bernburg anhand von Literatur informieren. Oder ihrem Rateeifer nachgehen: Beim Saatgut- Quiz wollte ein Anbieter wissen, zu welchen Pflanzen welches Saatgut passte.

   

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