Die Zeit für zwei Jungs aus Russland verging im zurückliegenden Monat viel zu schnell. Vier Wochen verbrachten sie ihre Ferien in der Stadt Hecklingen. Möglich machte das ein Ehepaar aus Groß Börnecke. Ethel Maria Muschalle-Höllbach und ihr Mann Sören freuen sich jedes Jahr auf das Wiedersehen mit einer lieb gewonnenen Familie aus Russland.

Groß Börnecke l Wenn dieser Beitrag heute erscheint, werden der 14-jährige Robert und Markar (15 Jahre) ihren Familien in der Heimat schon jede Menge erzählt haben. Vier aufregende Wochen liegen hinter ihnen. Mittlerweile sind die Jungen im heimischen Jaroslawl, einer Großstadt in Zentralrussland, (siehe Infokasten)wieder angekommen.

Ihre Ferien verbrachten sie in diesem Jahr wieder gemeinsam in Groß Börnecke. Die Stadt Hecklingen ist ihnen mittlerweile schon ein bisschen vertraut. Denn: Bereits in den zurückliegenden Jahren waren sie Gast bei der Familie von Ethel Maria Muschalle-Höllbach.

Die Ortsbürgermeisterin aus Groß Börnecke und ihr Mann können sich einen Sommer ohne den lieben Besuch aus Russland gar nicht mehr vorstellen. Seit fünf Jahren ist die Freundschaft zwischen den Familien gewachsen. 2009 fasste das Ehepaar aus Groß Börnecke den Entschluss, eine Gastschülerin über ein Austauschprogramm aufzunehmen. Sie freuten sich über Christina, die nach Deutschland kam, um die Sprache zu festigen. Mittlerweile studiert das junge Mädchen in Moskau. Ihr Bruder ist Markar. Auch er ist mit seinem Kumpel Robert bei der vertrauten Gastfamilie in diesem Jahr nicht zum ersten Mal willkommen.

Ihre Deutschkenntnisse verbessern die beiden immer weiter. Von einem ehemaligen Russischlehrer konnten sie auch jüngst wieder viel lernen. Und wie klappte es in diesem Jahr zwischen den Gasteltern und den zwei Jugendlichen mit der Verständigung? "Ich verstehe, was sie sagen. Irgendwie kommen wir klar, wenn manchmal auch mit Händen und Füßen", lacht Ethel Maria Muschalle-Höllbach.

Darauf angesprochen, was die zwei Jungs am meisten interessiert, kann sie viel berichten. Beim Fußballspielen auf dem Bolzplatz in Groß Börnecke haben die jungen Besucher Kontakte zu heimischen Jugendlichen geknüpft. Und auch sonst machen die Jugendlichen all das am liebsten, was viele andere in ihrem Alter auch bei uns gern tun. Das Handy und der Computer interessieren sie. Außerdem sind sie begeistert von Vergnügungsparks und sie gehen gern Bummeln. "Wir waren außerdem an der Ostsee in Greifswald und Rostock", berichtet die Groß Börneckerin von Ausflügen, die zusammen unternommen wurden. Außerdem habe man gemeinsam die Speisekarte einer super Eisdiele bei Oschersleben von oben nach unten durchprobiert. Und: Die zwei technikinteressierten Gäste schauten sich an, wie die Volksstimme produziert wird. In der Redaktion in Staßfurt erklärte ihnen Zeitungsmacher René Kiel, wie die Artikel mit Foto ins Blatt kommen. Er ermöglichte auch einen Blick ins elektronische Archiv der Zeitung.

Was jetzt noch aussteht, ist ein Gegenbesuch in Russland. Bisher konnten die Gasteltern die Einladung noch nicht annehmen. Immer sei was anderes dazwischen gekommen, sagt Ethel Maria Muschalle-Höllbach. Sie ist aber zuversichtlich, dass es bald klappt.