Jetzt konnten sie sich nicht mehr drücken. Die Feuerwehr Güsten war nominiert, ein fetziges Video zu drehen und ins Internet zu stellen. Innerhalb von 24 Stunden wurde schwere Technik aufgefahren.

Güsten l Um 20.59 Uhr am Dienstagabend hatte sie es getroffen: Die Feuerwehr Güsten wurde auf Facebook nominiert - schon zum zweiten Mal. Sie sollen an der Spaß-Aktion "Cold Water Challenge" teilnehmen, eine Videoaktion, bei der Hilfsorganisationen in 24 Stunden ein Video von sich ins Internet stellen müssen und bei der sich die Gruppen jeweils gegenseitig nominieren, also auffordern.

"Wir wurden ja schon einmal von der Neundorfer Wehr nominiert und haben kein Video gemacht. Gestern Abend hat uns die Feuerwehr Groß Börnecke nominiert. Da dachten wir: Jetzt drücken wir uns nicht mehr. Wir nehmen die Herausforderung an", erklärt Kamerad Ronny Wenig am Mittwochabend am Drehort Güsten.

Am Dienstagabend entdecken die Kameraden im Internet, dass sie schon wieder zur Aktion aufgefordert wurden. Wenn sie es schaffen wollen, bleiben nur genau 24 Stunden - das wissen sie genau. Am Mittwochvormittag gründen sie einen Gruppenchat per Telefon und diskutierten, was sie machen könnten.

Schnell haben sich sechs Kameraden der Güstener Wehr gefunden, die verrückt genug sind, um mitzumachen. Das sind Lars Lehmann als Kameramann und als "Darsteller" Ronny Wenig, Tobias Seidel, Matthias Scholz, Manuel Pickart und Dirk Kallhoff.

Um 19 Uhr am Mittwochabend ist Treff am Feuerwehrgerätehaus Güsten. Mit dem Löschgruppenfahrzeug TSR geht es an den Solarfeldern vorbei zur Wipper. "So genau wissen wir noch nicht, was wir machen", sagt Ronny Wenig zu dem Zeitpunkt. Eine Gummimatte und komische Badekappen haben sie eingepackt. Auch Pascal Tielebein von der Kinderwehr Bernburg ist dabei, der Sohn der Partnerin eines Kameraden. Der junge Mann grinst: Die Aktion will er nicht verpassen.

Es ist 19.15 Uhr, als die Kameraden den Schlauch in die Wipper lassen, um das nötige Wasser zu bekommen. "Cold Water" (kaltes Wasser") heißt die Aktion - hier muss so viel Wasser sprudeln wie möglich. Noch bis 20.59 Uhr haben sie Zeit, das Video fertig zu machen, zu schneiden und ins Internet zu stellen.

Fix werden die Schläuche gelegt und die Wasserrutsche auf der Wiese vor dem Solarfeld positioniert. 19.41 Uhr holt Lars Lehmann Stativ und Kamera hervor. "In welche Richtung sollen wir filmen?", fragt er. Drei Minuten sprudelt das Wasser. Zwei riesige Wasserfontänen bauen sich in Richtung Himmel auf und kreuzen sich am oberen Ende. Dazu gibt es noch einen Schlauch am Boden, der Wasser verspritzt wie ein Rasensprinkler.

Matthias Scholz muss zur Probe herhalten. "Saukalt ist das Wasser", lacht er. "Und wen nominieren wir jetzt?", beraten sich die Kameraden. "Feuerwehr Ilberstedt? Feuerwehr Güsten?" Alle waren schon dran. "Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde?" Manuel Pickart findet das ganz wichtzig. Andere Hilfsorganisationen müssen herhalten: "Wir nominieren das THW Staßfurt, die DLRG Bernburg und die Feuerwehr Löbejün", sagt Ronny Wenig.

Alles geklärt. Noch die Rettungsweste durch den Beine gezogen und es kann losgehen. Das Wasser läuft. Kameramann Lars Lehmann ist in Position und schon klatschnass.

"Kamera und Action": Ronny Wenig hechtet nach vorn, dreht noch einen Schlauch auf und flutscht über die Gummimatte. Die Kameraden purzeln hinterher, drapiert mit Straßenkegel oder Muttis Badehaube. Fürs Abschlussbild jubeln sie in die Kamera. Eine coole Aktion, im wahrsten Sinne des Wortes. 20.12 Uhr ist alles fertig. Lars Lehrmann stellt das Video gleich ins Internet. Es ist jetzt bei Facebook zu sehen unter "Feuerwehr Güsten".

   

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