Auch bei tropischen Temperaturen wollten die Rathmannsdorfer sich ihr Heimatfest, das eine lange Tradition hat, nicht entgehen lassen. Die Stars auf der Bühne - die Kita-Kinder - konnten mehr als hundert Besucher bei ihrer Show zählen.

Rathmannsdorf l Eindeutiger Höhepunkt des diesjährigen Rathmannsdorfer Heimatfestes unter dem Motto "10 Jahre zweite Kirchenglocke" waren die Kinder. Mehr als hundert Besucher schauten den Kleinen und Kleinsten dabei zu, wie sie niedlich mit der Hüfte wackelten und mit zarten Stimmchen ins Mikrofon sangen.

Mit einem selbst gedichteten Dialog führten die Kinder die Besucher mit Gedichten und Liedern gedanklich durch den Ort. Die Kita, die Kirche, der nicht vorhandene Spielplatz und die Schrebergärten - alles, was typisch ist für Rathmannsdorf, kam hier vor. Ganz dicht bei der Bühne standen die Eltern mit Videokamera und Fotoapparat, um den Auftritt ihrer Kinder für die Ewigkeit festzuhalten. Am Pfingstsonnabend kam das Heimatfest, nach einem langsamen Beginn am Freitag, dann richtig in Fahrt.

Der Höhepunkt für die Frauen war das Kegeln. "Die Frauen kegeln, die Männer schießen", sagte "Bärbel" am Stand der historischen Kegelbahn. "Bärbel" heißt eigentlich Barbara Magenheimer und ist die Frau des Ortsbürgermeisters. Der Sport mit den Kegeln aus Stein machte nicht nur richtig Spaß, es gab auch etwas zu gewinnen. "Alle Vereine suchen die besten Teilnehmer bei den Wettbewerben. Am Sonntag gibt es immer die Auslosung und die Prämierung der Gewinner", erklärte Barbara Magenheimer. Dabei steckt hinter dem Kegeln eigentlich kein Verein, sondern eine nette Truppe von Frauen aus Rathmannsdorf, die es zur Tradition des Heimatfestes gemacht haben.

Ein "echter" Verein hingegen ist der Dartverein Rathmannsdorf, der ebenfalls bei jedem Heimatfest bereitsteht und die Besucher mit Dartpfeilen werfen lässt. Hans-Werner Soika vom Dartverein saß hier am Stand und konnte vor allem viele Kinder begrüßen, bei denen das Dartwerfen gut ankam. Gina Anna Luisa Wenzel rannte immer wieder zu ihrer Mutti: "Darf ich nochmal werfen?" Dabei hatte es das junge Mädchen schon weit gebracht. "Guck mal, ich habe eine Medaille bekommen. Der zweite Platz", erzählte das Mädchen der Volksstimme.

Im Schießen traten dann die Männer an, genauer im Luftgewehrschießen des Schützenvereins Rathmannsdorf. Auch hier holte mancher verschüttete Talente hervor. "Nein, ich bin nicht im Verein, aber war es mal", sagte Sebastian Nettlau am Schießstand ganz bescheiden. Trotzdem führte er die Liste als zweiter an.

Ortsbürgermeister Klaus Magenheimer freute sich, dass das Fest jedes Jahr mithilfe aller stattfinden kann. "Viele Vereine und Gewerbetreibende sind wieder dabei und unterstützen uns", sagte er. Auch die Volkssolidarität und der Jugendtreff gestalteten das Programm mit. "So ein Fest lebt nur durch die Aktivitäten der Bürger", lobte er alle und bedankte sich für das Engagement.

"Nur das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum kann aus finanziellen Gründen nicht mehr unser Partner sein", erklärte er bedauernd. Weil das Heimatfest und einige Programmpunkte wie der Zauberer auch etwas kosten, musste Eintritt kassiert werden. "Wir müssen die Künstler ja auch bezahlen", sagte Klaus Magenheimer der Volksstimme.

   

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