Staßfurt l Dass die Bode nun ausgerechnet noch steigen muss, während der Überbau der neuen Brücke abgesenkt wird! Etwas überrascht waren die Brückenbauer schon, als der Pegel in der Nacht zum Donnerstag in die Höhe schoss. Doch ihre Maschinen konnten die Riesaer Bautechnik-Spezialisten noch rechzeitig in Sicherheit bringen. Auch das Traggerüst für den Brückenbau war längst demontiert.

Und nun lief wieder alles wie geschmiert - wie seit Mittwoch-Mittag, als die Absenkung des 1600-Tonnen-Stahl-Kolosses begonnen hatte: Enrico Hofmann an der Hydraulikpumpe und seine Kollegen an den sieben Auflagepunkten unter der Brücke sind ständig am Rufen. In Zwei-Zentimeter-Schritten geben die insgesamt neun Pressen nach. Immer eine andere. Das bedeutet zum Beispiel für David Höntzsch auch zwei Tage lang immer wieder, die blauen, etwa 20 Kilogramm schweren ausbetonierten Stahlringe unter dem Brückenkörper hervorzuziehen und mit zwei Zentimeter dicken Stahlplatten zu hantieren. Zum Feierabend gestern sollte diese Prozedur abgeschlossen sein, sollte das "Baby" in seinem "Bett" liegen oder fachmännisch ausgedrückt - auf seinen Lagern und dem Pfeiler in der Bode.

Für Bauleiter Rolf Meier liegt derweil die Übergabe der Brücke noch eine "gefühlte Ewigkeit" entfernt. Jetzt müsse unter anderem erstmal alles geprüft werden, ob auch alles da liegt, wo es liegen soll.

Und die Frage, ob der Kreisverkehr eventuell schon eher freigegeben werden kann, verneint er erneut. "Wenn der Asphalt gegossen wird, dann komplett. Der Fertiger kommt nur einmal - für die Brückenfahrbahn und für den Kreisverkehr zusammen." Ein möglicher Termin für den Asphalt ist Meier aber dann doch zu entlocken: Mitte/Ende Juli. "Voraussichtlich!" Jawoll! Wie immer natürlich auf dem Bau! Für jene Zeit werde auch noch eine kurze Sperrung des Prinzenbergs/Hohlweg im Bereich des Nordufers nötig, um auch diese Fahrbahn anzubinden.

Es gibt noch viel zu tun. Die Brücke kann sich aber schon sehen lassen.

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