Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder des Egelner Stadtrates zum letzten Mal in der auslaufenden Legislatur. Im neuen Stadtrat werden vier Ratsmitglieder nicht mehr dabei sein.

Egeln l Die vergangenen fünf Jahre im Stadtrat Egeln waren von Höhen und Tiefen geprägt. Rückblickend müssen die Stadträte jeder für sich selbst entscheiden, welcher Eindruck dabei überwogen hat. Bei der letzten Sitzung der zum Monatsende auslaufenden Legislatur dankte Bürgermeister Reinhard Luckner (UWG) den Stadträten für die vergangenen Jahre gemeinsam im Rat.

"Alle haben sehr viel Zeit in ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Stadtrat investiert", sagte er. Das sei nicht hoch genug zu bewerten, fuhr er fort. Insgesamt sei die Arbeit erfolgreich gewesen, schätzte er ein. Wenn etwas nicht gut in der Stadt gelaufen sei, sei der Stadtrat für alles verantwortlich. Laufe alles zufriedenstellend, melde sich niemand, hat der Bürgermeister die Erfahrung gemacht. Der scheidende Stadtrat habe wichtige Grundsteine zum Ausbau des Straßennetzes gelegt, erinnerte er weiter. Die nachfolgenden Stadträte werden die Arbeit fortsetzen, meinte er.

Allerdings gab es nicht nur Erfolge für die Ratsfrauen und -herren. Eine herbe Niederlage mussten die Egelner Volksvertreter beim Gymnasium einstecken. Obwohl sich der Stadtrat immer wieder vor die Bildungseinrichtung gestellt hatte und immer wieder den Bestand des Hauses in der Zukunft anmahnte, hat das Haus keine Zukunft als eigenständige Einrichtung. Dabei ist es gerade die Lage der Egelner Mulde, die seinerzeit die Gründung des Gymnasiums beförderte. Denn die nächsten Gymnasien sind mit dem Schulbus nur durch lange Fahrten zu erreichen.

Mehr Ausdauer und Beharrlichkeit legte der Stadtrat im vergangenen Jahr an den Tag, als es um die Erhöhung der Steuern ging. Die Finanzlage der Stadt, auch ausgelöst durch hohe Umlagen, zwang die Stadträte schließlich nach langen Diskussionen höhere Steuersätze auf. Hier zeigte sich vor allem Bürgermeister Reinhard Luckner beharrlich. "Auch mit mir ist es nicht immer leicht", bekannte er während der Stadtratssitzung. "Das stimmt", platzte es aus einer Stadträtin spontan heraus.

Allerdings wird Reinhard Luckner im Juli mit dem neuen Stadtrat viele bekannte Gesichter begrüßen. Lediglich vier Stadträte gehören dem nächsten Rat nicht mehr an.

Außerdem gibt es diesmal einen Platz mehr zu besetzen. Das liegt nicht daran, dass die Einwohnerzahl von Egeln vergrößert wurde, sondern am Wahlergebnis. Bei der vorherigen Stadtratswahl erreichte ein Einzelbewerber gleich zwei Sitze. In diesem Fall bleibt ein Platz für die Dauer der Legislaturperiode nicht besetzt.

Diesmal wählten die Egelner aber so, dass alle Sitze belegt werden können. Am 3. Juli soll der neue Stadtrat die erste Sitzung bestreiten. Dabei geht es dann unter anderem auch um die Kommunalwahl.

Mit den alten Stadträten will sich der Bürgermeister noch im Juni treffen. Am Monatsende, zum Tag der Egelner Mulde, hat er die Stadträte zu einem Schluck eingeladen. Das sei passender, als im Rathaus die Gläser klingen zu lassen, schätzte er ein. In ungezwungener Runde auf der Wasserburg gebe es noch einmal Zeit, um gemeinsam die vergangenen Jahre im Rathaus zu reflektieren, freut sich der Stadtchef schon auf das Treffen am 28. Juni.