Nach zwei Jahren Babypause ist die Leiterin des Staßfurter Frauenhauses Surki Stubbs wieder im Einsatz. Mit Unterstützung von Kristin Hacker, die in den vergangenen zwei Jahren die Leitung übernommen hatte, will sie aufs Neue Frauen, die Opfer von physischer oder psychischer Gewalt sind, Schutz bieten. Besondere Veranstaltungen sollen das Thema Gewalt gegen Frauen in das Bewusstsein der Menschen heben und Betroffenen Hilfsangebote aufzeigen.

Staßfurt. Nur wenige Menschen wissen, wo sich das Staßfurter Frauenhaus befindet. Und das ist letztlich auch gut so. Schließlich soll die Unterkunft Frauen in Notsituationen ein Mindestmaß an Sicherheit bieten. Nicht selten kam es in der Vergangenheit vor, dass verärgerte, teils aggressive Männer ihre Frauen dort aufsuchten und zum Zurückkommen zwingen wollten.

Die Arbeit, der Surki Strubbs und Kristin Hacker nachgehen, ist nicht ungefährlich. Dessen sind sie sich bewusst. Angst haben sie keine. Es überwiegt der Wunsch, Betroffenen helfen zu wollen.

Wie die Hilfe aussieht, das ist von Frau zu Frau und von Fall zu Fall unterschiedlich. Vom einfachen Gespräch, über das Angebot einer systemischen Familientherapie bis hin zur Unterkunft ist alles möglich. Weggeschickt wird niemand. Egal mit welchem Anliegen die Frauen kommen.

Eine erste Anlaufstelle bietet häufig die mobile Frauenberatungsstelle "Escape – Notausgang". Hier bekommen Frauen bei Themen wie Trennung und Scheidung, Behördengängen und Anträgen Unterstützung. Die Mitarbeiter des Frauenhauses bieten sogar ihre Begleitung bei Wegen zu Polizei und Gericht an. Jeden Dienstag sind die Frauenhausmitarbeiter in der Zeit von 10 bis 12 Uhr im Jugend- und Bürgerhaus (Straße der Solidarität 15) in Staßfurt zu Gast.

Thema: "Täter gehören in den Knast!?"

Seit Januar ist Surki Strubbs wieder im Amt. Die zweijährige Babypause habe sie sehr genossen, erzählt sie. Nun freue sie sich aber wieder auf ihre Arbeit. Ins neue Jahr startet sie sogleich mit der Federführung einer Großveranstaltung. "Täterarbeit – Hilfe für das Opfer?" lautet der Titel dieser Fachtagung, die unter der Schirmherrschaft von Justizministerin Angela Kolb steht.

Auf der Programmvorschau stehen knackige Überschriften wie "Richtige Männer stellen sich dem Problem" oder "Täter gehören in den Knast!?". Kein Wunder, dass die Teilnehmerliste trotz zehn Euro Gebühr bereits voll ist. Wer an der Tagung, die am 9. Februar stattfindet, dennoch teilnehmen möchte, kann derzeit nur auf einen freiwerdenden Platz hoffen und sich in die Warteliste eintragen (siehe Info-Kasten). Erfahrungsgemäß stehen die Chancen gut, noch reinzurutschen.

Wer fernab der Tagung Informationen und Ansprechpartner zu diesem oder anderen Themen sucht, der kann sich jederzeit an Surki Strubbs und Kristin Hacker wenden.