Bei der Volksstimme-Foto-Olympiade waren die Tarthuner so zahlreich vertreten, dass die Ortschaft die Siegprämie bekommen hat. Die 300 Euro verteilt Bürgermeister Peter Fries (CDU) auf die Generationen.

Tarthun l So schnell sind 300 Euro verdient. Bei der Volksstimme-Foto-Olympiade holten die Tarthuner Bürger den Sieg. In keinem anderen Ort der Egelner Mulde war die Beteiligung der Einwohner größer. Obwohl im benachbarten Unseburg mehr Einwohner wohnen, war die Teilnehmerzahl an dem Fototermin nicht sonderlich groß, wundert sich auch Bürgermeister Peter Fries.

Lange musste er nicht überlegen, was er mit der Siegprämie anstellen soll. Denn seit die Gemeinde horrende Umlagen an Landkreis und Verbandsgemeinde zahlen muss, bleibt kaum noch Geld für die Bürger im Ort übrig. Deswegen kam der kleine Geldregen wie gerufen, freut sich der Gemeindechef.

Die Ortsgruppe der Volkssolidarität erhalt eine neue Musikanlage. Mit spontanem Beifall bedankten sich die Rentner bei ihrem Bürgermeister für die Gabe. Denn regelmäßig treffen sich die Rentner zur Seniorengymnastik im Gemeindehaus, schildert Kerstin Zwinkmann. Die Musikanlage in dem Raum sei aber defekt, weshalb der Sport nicht mehr soviel Spaß mache, schildert sie. Ohne technische Probleme sollen die Senioren nun wieder regelmäßig ihren Sport machen können, sagt Peter Fries.

Ein weiterer Teil der Siegprämie will er dem örtlichen Kindergarten zur Verfügung stellen. Kleine Musikgeräte hatten sich die Erzieher für die Kleinsten im Ort gewünscht. Der Rest des Betrages will der Bürgermeister den Jugendlichen zur Verfügung stellen, kündigt er an. Mehrere Generationen haben dann von dem Gewinn profitiert. Als Erinnerung an die Foto-Olympiade gab es auch ein großes Foto von dem Termin für die Gemeinde. "Das Foto bekommt einen Ehrenplatz im Gemeindehaus", sagte Peter Fries.

Die Zeit der großen Geschenke ist in den kleinen Orten längst vorbei. In der jüngeren Vergangenheit hatte der Bürgermeister, der auch Mitglied im Verbandsgemeinderat ist, die unzureichende Ausstattung der Kommunen mit Finanzen beklagt. Im vergangenen Jahr sollten die Gemeinden 30 Prozent mehr Geld als Umlagen abgeben, als sie selbst eingenommen haben. Eine Rechnung, die nicht aufgehen kann.

Als die Unseburger vor kurzem das 1075-jährige Gründungsjubiläum ihres Ortes feierten, war Peter Fries bei der Organisation des Festes vor allem auf Sponsoren angewiesen. Es könne nicht sein, dass für die Bürger in den Orten kaum noch Mittel zur Verfügung stehen, sagt er entschieden.

So wie die Entscheidungen vor Ort beim Bürger fallen müssen, müsse vor Ort auch noch Geld vorhanden sein, um zu gestalten, setzt er sich zusammen mit den Gemeinderäten immer wieder ein. Die Aussicht, dass sich seine Sichtweise auf Landeseebene durchsetzt, ist begrenzt. Das Land bereitet aktuell ein neues Finanzausgleichsgesetz vor. Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr war vor kurzem auf einem Treffen mit anderen Bürgermeistern zu diesem Thema. In den kommenden Jahren, so der Tenor aus dem Finanzministerium, soll es noch weniger Geld geben. Denn, so die Begründung, die Steuereinnahmen in den Kommunen sprudelten. Nur wo diese Kommunen mit den sprudelnden Steuereinnahmen seien, habe er noch nicht herausgefunden, kommentierte Stöhr.