Zum 14. Mal kürte die Grundschule Hecklingen ihre Rechenfüchse. Zwei Drittklässler dürfen ihren Pokal nach drei Siegen nun für immer behalten.

Hecklingen l Feierliche Musik erklingt aus dem Lautsprecher, die Klassen sind auf dem Schulhof angetreten und Schulleiterin Gudrun Topf greift zum Mikro. Zum zweiten Mal in diesem Schuljahr und zum 14. Mal insgesamt darf sie die schulinterne Rechenfuchsolympiade auswerten. Die Kinder schauen gespannt und ihr tosender Applaus bei jedem aufgerufenen Namen zeugt davon, wie wichtig ihnen dieser Wettbewerb ist. "Heute seid ihr unsere Weltmeister", formulierte die Schulleiterin, während vermutlich im selben Moment die deutsche Fußball-Nationalmannschaft durch Berlin tourte.

Jede Klasse wurde einzeln ausgewertet. Es gab Urkunden, kleine Preise und für die Sieger den begehrten Wanderpokal. "Ein halbes Jahr wird er nun das Kinderzimmer oder Wohnzimmer zieren", weiß Topf, denn die Pokale sind begehrt und entsprechend groß ist der Stolz, wenn sie endlich gewonnen sind.

"Begonnen hat die ganze Sache mit einer zweckbestimmten Spende der Motorradfreunde von Hecklingen", erinnert sich die Schulleiterin. Sie wollten etwas für gute Rechner tun. Das Lehrerteam überlegte hin und her, am Ende fiel die Entscheidung zu dem einzigartigen Wettbewerb. Gemeinsam erarbeiteten die Kollegen die Aufgaben, berieten die Modalitäten und legten sie fest. Wichtig dabei war ein guter Aufgabenmix auf den entsprechenden Niveaustufen.

Die beiden Drittklässler dürfen ihre Pokale übrigens für immer behalten, müssen ihn nicht nach einem halben Jahr verteidigen. "Wer innerhalb seiner Grundschulzeit drei Mal Sieger war, darf seinen Pokal behalten", erklärt Topf. Dabei geht es rein um die Anzahl. Die Siege müssen nicht aufeinander folgen.

Da der Wettbewerb halbjährlich immer in den letzten Wochen vor der Zeugnisausgabe durchgeführt wird, hat jeder im Prinzip acht Mal die Gelegenheit. Von Seriengewinnern ist trotzdem keine Spur und auch das zeichnet diesen besonderen Schulwettbewerb aus. Arithmetik, Geometrie, aber auch logisches Denken sind gefragt, um am Ende ganz vorn dabei zu sein. Und da jeder sein Steckenpferd einbringt, wird es an der Spitze regelmäßig eng.

Genau das macht für die Schüler auch den Anreiz aus, das kleine Bisschen besser als der Klassenkamerad zu sein. Ab und an schaffen aber doch Schüler die drei Siege, so dass der Pokalvorrat mittlerweile aufgebraucht ist und die Schule weitere nachordern musste. Eine Sache, die alle aber gern machen, denn der Wettbewerb hat sich längst zu einem festen Bestandteil im Schulleben etabliert. Der Motorradclub unterstützt auch weiterhin.

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