"Klinik auf Rädern" nennt es der Staßfurter Rettungswachenleiter Peter Roge. Der DRK-Kreisverband Staßfurt-Aschersleben hat sich ein neues Notarzt-Einsatz-Fahrzeug (NEF) zugelegt.

Staßfurt/Egeln l 170 PS, zwei Liter Hubraum, Automatik und Diesel - diese technischen Merkmale erscheinen Peter Roge weniger wichtig, als das, was der VW Touran sonst noch zu bieten hat. "Es ist eine ,Klinik auf Rädern`. Nur der Behandlungsraum wie beim Rettungstransportwagen fehlt", erklärt der Leiter der Staßfurter Rettungswache. Er nennt Defibrilator, Beatmungsgerät, EKG und Absaugeinrichtung als Kernstücke der Ausstattung. "Man könnte selbst kleine OPs und Amputationen durchführen", ergänzt Roge noch.

Die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit kann er nicht genau beantworten. "Ich glaube, ich bin mal 180 gefahren. Aber wir sollen ja nicht rasen, sondern die Zeiten einhalten." Die liegen für ein NEF bei 20 Minuten von der Alarmierung bis zum Einsatzort. Immerhin ist das neue Fahrzeug für die Bereiche der Rettungswachen Staßfurt und Egeln vorgesehen und wird gerufen, wenn Besatzungen der Rettungstransportwagen (RTW) Verstärkung benötigen. Für RTW schreibt der Gesetzgeber eine Frist von zwölf Minuten bis zum Einsatzort vor, die in 95 Prozent der Fälle einzuhalten ist.

Im Durchschnitt wird das NEF sechs Mal in 24 Stunden zu Notfällen gerufen. "Manchmal ist es auch weniger, manchmal aber auch doppelt so viel", so Peter Roge. Der gerade diensthabende Notarzt Dr. Ivan Marcev hat erst dieser Tage - bei den wechselhaften Witterungsbedingungen - wieder die Erfahrung gemacht, dass die Teams von Rettungsassistenten und Notarzt öfters raus müssen.