Es ist nun doch vollbracht: Der Bauhof Güsten hat die Kugel samt Wetterfahne vom Güstener Rathausturm erneuert und gestern konnte sie wieder aufgesetzt werden. Erinnerungsstücke mit aktuellem Datum gesellen sich in der Kugel jetzt zu Dokumenten aus weiteren drei Zeitepochen.

Güsten l "Das ist spannend wie ein Krimi", sagt Bürgermeister Helmut Zander über das, was er in der Kugel auf dem Rathausturm seiner Stadt gefunden hat. Gemeint sind die Erinnerungsstücke, die sich in dem Schmuckstück mit der Wetterfahne befanden und die frühere Generationen dort hineingelegt haben. Und zwar aus dem Grund, dass sie Menschen, wie sie heute in Güsten leben, zeigen und wissen, wie die Zeit damals war.

Genauer fanden sich dort drei Schatullen mit Dokumenten aus den Jahren 1906, 1953 und 1951, also als der Rathausturm gebaut und dann saniert wurde. "Von 1906 waren historische Postkarten mit Ansichten der Stadt Güsten darin zu finden", so Zander.

Außerdem Dokumente und Jahresabschlüsse aus der Zeit 1902 bis 1906, die das Stadtleben auf interessante, fast amüsante Weise erläutern. "Damals wurde genau aufgeführt, wie viele Ehen geschlossen wurde, wer davon zuvor Jungeselle war, wer Witwer und so weiter", erklärt Zander. Dazu noch, welche Straftaten wer begangen hat, und was die Güstener sonst noch alles trieben.

Alle Dokumente wurden eingescannt und digital erfasst. Denn das Ziel von Bürgermeister Zander ist es, mit dem Heimatverein Güsten demnächst eine Ausstellung mit historischen Dokumenten zusammenzustellen. Auch Schützenverein und Feuerwehr wollen ihre Schätze beisteuern.

Aus dem aktuellen Jahr, aus 2014, sollte natürlich wieder etwas in die Kugel, als sie gestern von den Dachdeckern der Firma Ingo Hermann Herlau aus Wulfen aufgesetzt wurde.

Was der Bürgermeister für die Nachwelt hineingelegt hat? Eine Dokumentation zur Feuerwehr und zur aktuellen Entwicklung der Stadt in Bezug auf die Stadtkernsanierung, verfasst von der Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft, eine Namensliste der Güstener Stadträte bis und ab Mai diesen Jahres, Münzen und Geldscheine, den aktuellen Wipper-Boten und die Staßfurter Volksstimme von gestern.

Die Aktion habe nun sehr wenig gekostet und nicht etliche Tausende Euro wie einst gesagt, erklärte Helmut Zander. Der Bauhof der Stadt Güsten hat die Kugel geöffnet und mit erweiterter Füllung wieder verschlossen. Sie wurde wie die Wetterfahne auch mit einem frischen Anstrich versehen.

   

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