Fest steht, dass konkret nichts feststeht. So könnte man die Situation um Abrisspläne für Wohnungen in Staßfurt umschreiben, die dem Stadtumbau infolge des demografischen Wandels geschuldet sind. Der Abriss von 420 Wohnungen ist in den nächsten fünf Jahren geplant. Ein vager Plan, erklärt Dr. Dieter Naumann, Geschäftsführer der Wohnungs- und Baugesellschaft.

Staßfurt l Wolfgang Hantsche macht sich Sorgen. Er ist Betreuer seiner Tante, die in einem Plattenbau in der Straße der Einheit wohnt. "Man hört, der Block soll abgerissen werden", so der Mann aus Mühlenbeck. "Da wohnen doch aber noch Menschen drin. Wann werden die über die Pläne der Wohnungs- und Baugesellschaft informiert?"

Diese Frage kann und will Dr. Dieter Naumann (noch) nicht beantworten. Es stimme, dass besagter Block in Maßnahmeplänen erscheine, die der Stadtrat am 19. Dezember 2013 zur Umsetzung abgesegnet habe. Doch gerade dieser Block weise Wohnungszuschnitte auf - sprich Zwei-Raum-Wohnungen - von denen die Gesellschaft nicht so viele habe und die absehbar verstärkt gefragt sein werden.

"Es kann also durchaus passieren, dass wir den Block von den Abrissplänen nehmen"

"Es kann also durchaus passieren, dass wir den Block von den Abrissplänen nehmen", so Naumann. Er nennt zudem folgende Gründe, warum sich immer was ändern könne: Wanderungsbewegungen, Asylantenbewegungen, Fördermittelvergabe. "Das sind Dinge, die man schwer oder gar nicht prognostizieren kann."

Wenn konkrete Abrisspläne vorlägen - die müssten im Übrigen durch einen Abriss-Bescheid durch das Bauministerium und Fördermittel für den Abriss unterlegt sein - spreche man von einem Zeithorizont von ein bis zwei Jahren bis zur Umsetzung, so der Geschäftsführer. Für besagten Block gebe es keinen Abriss-Bescheid, unterstreicht Dieter Naumann.

Ein Maßnahmeplan im Rahmen des Stadtumbaus sieht vor, in den nächsten fünf Jahren in Staßfurt 420 Wohnungen abzureißen.