Sie heißen Hufeisennase oder Großes Mausohr oder auch ganz einfach Wasserfledermaus. Die kleinen, besonders geschützten Säugetiere lockten am Sonnabend rund 150 Wissbegierige zur Fledermausnacht an den Löderburger See. Damit sahen die Fledermausschützer ihr großes Engagement für die kleinen Flugtiere bestätigt.

Löderburg l Wie sehen sie aus, wie fühlen sie sich an? Wie viele Arten gibt es und welche leben hier am Löderburger See? Auf all diese Fragen hatten Bernd Ohlendorf vom Arbeitskreis Fledermausschutz Sachsen-Anhalt und Dietmar Spitzenberg von der Fachgruppe Ökologie und Faunistik Staßfurt und ihre Helfer wissenschaftlich fundierte Antworten. Und vor allem darauf, wie man die kleinen Flugtiere mit ihren zarten Flügeln schützen kann.

Traurige Gesichter, als Ohlendorf eine Fledermaus in der Hand hält, die unter einem Windrad gefunden wurde und am Tag zuvor noch rumgeflattert sei. "Windräder gehören deshalb auf keinen Fall an den Rand von Wäldern", erklärt er gleich mit, wo die Flugtiere überwiegend ihren Lebensraum haben. Nämlich in Baumhöhlen. Aber auch alte Gebäude gehören zu ihren Behausungen. Deshalb sollten Bauherren vor der Sanierung solcher Gebäude prüfen, ob sich nicht vielleicht Fledermäuse darin aufhalten, versuchen die Fledermausfreunde, das Verständnis für ihre Arbeit zu wecken. Sie würden jederzeit mit ihrem Wissen zur Verfügung stehen. "Es stellt sich nicht die Frage nach der Nützlichkeit", hört man von Dietmar Spitzenberg, "Jedes Lebewesen hat in der Natur seine Daseinsberechtigung. Und je vielfältiger ein Ökosystem ist, umso stabiler ist es."

In Sachsen-Anhalt sind etwa 20 Arten von Fledermäusen nachgewiesen. "Mit der Alpenfledermaus hatten wir auch schon einen Irrgast. Neu ist die Teichfledermaus bei uns", so Bernd Ohlendorf. Bei all den vielen Fakten lockert er die Runde immer wieder auf mit der "Fledermaus-Flugschule". Zahlreiche, teils geschminkte "Fledermäuse" flattern ihm hinterher. An anderer Stelle hämmern Kinder Fledermauskästen zusammen, wie Toni aus Löderburg. "Einer kommt in die Tanne in unseren Garten, der andere ist für die Nachbarn", verrät sein Papa Thomas Asmussen. Und Tonis Mama Daniela schwärmt: "Es ist immer ein schönes Naturerlebnis, wenn die Fledermäuse in der Dämmerung so rumflattern."

Die Gäste der Fledermausnacht nehmen viele Eindrücke mit nach Hause. "Wenn wir in leuchtende Kinderaugen schauen und Eltern sich darüber freuen, sind das Erlebnisse, die hängen bleiben, und wir haben unser Ziel erreicht", sagt Bernd Ohlendorf. Die Fledermausnacht am Löderburger See hatte übrigens auch einen wissenschaftlichen Hintergrund. So wurden an dem Abend immerhin 14 Wasser- und zwei Rauhhautfledermäuse gefangen, vermessen und markiert. "Die Daten werden zur Beringungszentrale nach Dresden gemeldet", erklärt Kathleen Kuhring von den Fledermausschützern. Die Kinder durften die Exemplare schließlich wieder frei lassen.

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