Buckelpiste statt glatter Fahrbahn. Zu stark "gerumpelte" Pflastersteine. Jetzt sacken auch noch Betonteile ab, die vorm Wasser vom Feld schützen sollten. Die "unendliche Geschichte" vom Straßenbau in der Amesdorfer Siedlung geht weiter. Bürgermeister Zander will die Straße erst abnehmen, wenn sie komplett fertig ist. Bis 13. September soll nun nachgebessert werden.

Güsten/Amesdorf l "Die ,unendliche Geschichte` hat mehr Tiefen als Höhen", blickt der Güstener Bauausschussvorsitzende Michael Dobritz auf die Siedlung in Amesdorf, für die er am 13. August bei einer Bauabnahme dabei war. Seiner Meinung nach hätte die Straße steckenweise neu gemacht werden müssen. "Das waren deftige Mängel", so Dobritz. Bis zur erneuten Begehung am 13. September sollte der Mängelkatalog abgetellt sein.

Kenny Boßmann vom Bauamt der Saale-Wipper erstattete einen Sachstandsbericht. Demnach begann der Bau der Straße im September vor einem Jahr. Es sei ein straffer Zeitplan ursprünglich bis April 2014 gewesen. Aber Trinkwasserleitung, Stromkabel, Hausanschlüsse seien zum eigentlichen Auftrag hinzu gekommen. Unebenheiten in der Pflasterfläche habe man angemahnt.

"Toleranzen wurden teilweise überschritten."

"Es gibt Toleranzen bei so einem Pflaster von einem Zentimeter auf vier Meter. Die wurden teilweise überschritten." Das sei auch nachgearbeitet worden, so Boßmann weiter. Eine Frist wurde nunmehr auch für die beanstandete Ausrichtung der neuen LED-Straßenbeleuchtung gesetzt. Bis Mitte September werde zudem forciert, dass auch die restlichen Winkelstützen für den Regenwassereinlauf am Feldrand gesetzt werden. "Die Schlussrechnung ist noch ungeprüft, befindet sich aber im geplanten Kostenrahmen", erklärte der Verwaltungsmitarbeiter weiter. Man habe sogar schon zusätzliche Maßnahmen erledigen können wie den Fußweg an der Ecke Horst-Heilmann-Straße.

Bürgermeister Helmut Zander sei einerseits froh, dass der Einlauf zu 90 Prozent gezeigt habe, dass die Entscheidung dafür richtig gewesen sei. "Es kann aber nicht sein, dass einige L-Stücke schon abgesackt sind." Dass die Reihe verlängert werde, fand Zander positiv.

"Kein Verständnis habe ich auch dafür, dass die Lage der Fernleitung der Mitgas nicht bekannt gewesen sein soll und die Überdeckung der Leitung", so der Bürgermeister weiter zum Problem im Osmarsleber Weg, der zur Baumaßnahme Sieldung dazu gehört (wir berichteten). Man habe sich eine Weile mit dem Versorger gestritten, aber nun auch geeinigt.

Allerdings soll dieses Problem nun erst Ende Oktober erledigt werden. "Die Bürger wollen mit mir feiern", habe er erfahren, "aber ich übernehme die Straße erst, wenn sie komplett fertig ist." Die Liste mit neun Mängeln soll erstmal abgearbeitet werden.

"Die Tragschichten stehen."

Zander bat Boßmann, das eingebaute Pflaster zu prüfen, das ursprünglich nicht geplant war. "Es soll schriftlich festgehalten werden, dass uns das nicht zum Nachteil gereicht." Boßmann erklärte noch, dass es nicht so sei, dass die Straße nochmal neu gemacht werden müsste. "Die Tragschichten stehen. Das Problem lag im Pflastersplit und in der Verlegung." Zander wollte noch wissen, was mit einzelnen beanstandeten Steinen geworden sei. Kenny Boßmann: "Es gibt keine Größenordnung, wie groß ein Ausbruch von ,gerumpelten` Steinen sein darf. Die bemängelten Steine wurden aber ausgetauscht."