"Die Restrukturierung der Wohnungs- und Baugesellschaft (Wobau) mbH Staßfurt wird in der gebotenen Ernsthaftigkeit und mit dem notwendigen Druck vorangetrieben." Das betonte Geschäftsführer Dieter Naumann in der jüngsten Stadratssitzung.

Staßfurt l "Widerstände und Hinderungsgründe treten selbstverständlich auf, führen jedoch maximal zu Kurskorrekturen", betonte der Firmenchef. Die anvisierten Ziele für den Umbau des Unternehmens und zur Bekämpfung des hohen Leerstandes seien jedoch Dank einer konkreten Beschreibung im Konzept definiert und unverrückbar.

Die darin festgelegten Maßnahmen seien vom Unternehmen systematisch aufgearbeitet und zur Umsetzung gebracht worden. Einer der wichtigsten Punkte ist der geplante Rückbau und Verkauf von rund mehreren hundert Wohnungen. Die ersten davon sollen im Friedensring und in der Stillen Straße abgerissen werden. Zur Förderung der Abrisspläne habe man am 19. Februar bei Landesbauminister Thomas Webel (CDU) vorsprechen und eine grundsätzliche Zustimmung zu den Restrukturierungsplänen erlangen können, die der Stadtrat ohne Gegenstimme beschlossen hatte, berichtete Naumann. "Dieser gemeinsamen Anstrengung in parteiübergreifender Einigkeit sicherte der Minister seine Unterstützung zu", fügte der Geschäftsführer hinzu. Es gebe eine mündliche Vorankündigung des Landesverwaltungsamtes, dass zwei Abrissmaßnahmen für die Wobau beschieden werden sollen.

Naumanns Worten zufolge habe sich die Geschäftsführung in der Folge kontinuierlich mit den Stadtwerken und dem Wasser- und Abwasserzeckverband "Bode-Wipper" (WAZV) abgestimmt, um die strategische Ausrichtung nicht zum Nachteil anderer Partner umzusetzen.

"Gespräche mit der Norddeutschen Landesbank verfolgten das Ziel, die Finanzierungskonditionen für das Unternehmen zu sichern und die künftige Begleitung trotz veränderter Bestandszahlen gemeinsam vorzubereiten. Die veränderten Beleihungswerte bei Verkauf, Abriss und Stilllegung müssen vom Unternehmen in anderer Form abgedeckt werden. Das bedeutet nicht nur einen aufwendigen Prozess, sondern auch Vertrauen und Entgegenkommen der Bank. Diese Vertrauensbasis wurde und wird weiterhin durch das Unternehmen geschaffen, indem eine abgestimmte Berichterstattung und Bestätigung durch das externe Controlling die dinglichen Sicherheiten vorläufig ersetzen", erläuterte Naumann.

"Die laufenden Mietpreisanpassungen sind kontinuierliche Aufgabe der Verwalter."

Er verwies darauf, dass die Bestandsentwicklung auf den zukünftig geplanten Kernbestand in Umsetzung sei. Verkäufe verliefen zunehmend strukturiert. Sobald Wertgutachten vorlägen würden Ausschreibungen, Versteigerungen oder Bieterverfahren erfolgen. Erste Verkaufsverträge seien bereits abgeschlossen worden.

"Der Personalbestand wird auf die geplante Größe für die verringerten Wohnungsbestände angepasst. Von 41 Mitarbeitern 2013 sind gegenwärtig noch 34 im Unternehmen beschäftigt", so Naumann.

Auf die Mietkautionen eingehend, teilte er mit, dass diese inzwischen abgeschafft und weitgehend ausgezahlt wurden. Die Fremd-Verwaltung von Wohnungen werde das Unternehmen zum Jahresende einstellen. Ein Mitarbeiter der Wobau werde diese Tätigkeit übernehmen und sich dafür selbständig machen.

Das Firmengelände in der Grenzstraße soll voraussichtlich bis Mitte 2015 aufgegeben werden. Eine Nachnutzung sei mit möglichen Interessenten in Abstimmung und Verhandlung.

Naumann: "Die laufenden Mietpreisanpassungen sind kontinuierliche Aufgabe der Verwalter. Ein Mietspiegel soll unter Federführung der Stadtverwaltung erstellt werden."

Durch ein Patt (15 Ja- und 15 Nein-Stimmen) wurde der Antrag der Linken abgelehnt, wie in der vergangenen Legislaturperiode erneut einen zeitweiligen Ausschuss des Stadtrates zur Begleitung der Entwicklung der Wobau zu bilden. Die Arbeit des damaligen Ausschusses sei bis zur Neuwahl nicht beendet worden, begründete Ralf-Peter Schmidt (Linke) den Vorstoß. Es gebe mehr Fragen als Antworten. Ein öffentliches Gremium, das begleite, was auf die Mieter zukomme, werde gebraucht.

Oberbürgermeister René Zok dagegen meinte: "Es gibt für den Ausschuss nichts mehr zu tun. Man will dem Aufsichtsrat Anweisungen geben. Das führt zu Chaos. Wir brauchen Ruhe und Sachlichkeit."

Diesen Vorwurf wies FDP-Fraktionschef Johann Hauser scharf zurück. "Wir haben kein Chaos produziert, sondern ordentlich gearbeitet." Es sei sehr wohl noch etwas für den Stadtrat zu tun.

In diesem Zusammenhang kritisierte Hauser den Athenslebener Ortschaftsrates Eric Maindok (UBvS), weil er die Pläne der Wobau-Führung für einen Umzug in das Gebäude der Hauptpost öffentlich gemacht hatte. Die Liberalen pochen darauf, so Hauser, dass eine städtische Liegenschaft genutzt werde. Darin sei sich auch der Ortschaftsrat Förderstedt einig gewesen. Er schlägt den Einzug in ein leerstehendes Rathaus vor.