Am zweiten Oktober-Wochenende verwandelt sich die Wasserburg Egeln wieder in ein mittelalterliches Dorf. Handwerker, Gaukler und Schausteller entführen das Publikum in eine längst vergessene Epoche.

Egeln l Am zweiten Oktoberwochenende macht die Wasserburg Egeln wieder einen Zeitsprung zurück in das Mittelalter. Am 11. und 12. Oktober findet auf dem Burggelände das 16. Mittelalterspektakel statt. In Kompaniestärke reisen die Schausteller dazu an.

Auf der Unter- und Oberburg gibt es für die Besucher wieder sehr viel zu erleben. Zahlreiche Handwerker werden die Burg belagern und den Besuchern zeigen, was Handwerk früher bedeutete.

Zur Unterhaltung der Gäste gibt es natürlich mittelalterliche Musik auf der Bühne in der Oberburg. Gaukler und Puppenspieler bereichern das kulturelle Angebot und machen die Besucher neugierig auf die längst vergessene Zeit.

Noch heute, Jahrhunderte nach dem Ende des Mittelalters, fasziniert die Epoche die Menschen. Nach den überlieferten Berichten aus jener Zeit blühte Europa geradezu auf. Überall gab es Entwicklungen. In der Wissenschaft, in der Baukunst und auch in der Kriegskunst. Ritter beherrschten das Land. Schwer gepanzert und bewaffnet waren sie Polizei und Armee zugleich. Der Begriff ist noch heute in unserem Sprachgebrauch vorhanden.

Wenn von Ritterlichkeit gesprochen wird, handelt es sich meist um Menschen, die sehr ehrenhaft und uneigennützig handeln. Dabei konnten die damaligen Ritter offenbar ziemliche Raufbolde sein. Die martialischen Waffen jener Zeit fügten den Gegnern starke Wunden zu. Nur selten überlebten beide Kämpfer einen Waffengang.

Wie das Schwert seinerzeit benutzt wurde, zeigen die Ritter beim Ritterkampf auf der Burg. Die Ritterkämpfe üben heute noch eine magische Anziehungskraft auf die Besucher aus.

Höhepunkt des zweitägigen Spektakels ist allerdings der Wettstreit der Feuerspucker. Am Sonnabend treten die Feuerspucker ab 18 Uhr gegeneinander an. Dem Publikum bleibt es dann überlassen, den besten Feuerspucker mit einem kräftigen Beifall zu küren.

Auf der Wasserburg Egeln hofft Uwe Lachmuth nun vor allem auf ein trockenes Oktoberwochenende für das Mittelalterspektakel. Eigentlich sollte die Veranstaltung in den August oder September umziehen. Doch der Plan scheiterte.

Im vergangenen Jahr machte den Schaustellern vor allem Regen einen dicken Strich durch die Rechnung. Der Oktober sei im Wetter einfach zu unbestimmt, begründete Uwe Lachmuth den geplanten Umzug des Termins. Mitunter reicht bereits der Wetterbericht für die kommenden Tage für eine Besucherflaute, blickt er zurück. Zwar regnete es im vergangenen Jahr beim Mittelalterspektakel auch mal. Aber nicht so stark, wie der Wetterdienst angekündigt hatte. Trotzdem blieben die erhofften Besucher aus, weiß Uwe Lachmuth.

In der heute vernetzten Welt reiche es aus, wenn der Wetterdienst nur vor einem Regenschauer warnt, sieht er die Datenflut skeptisch. Im Schatten des Harzes bekomme Egeln aber meistens sehr wenig Regen ab, betont er.