Heute startet auf der Egelner Wasserburg das zweitägige Mittelalterspektakel. Über Nacht verwandelt sich die Burg zurück in eine Epoche, die vor mehr als 1000 Jahren auch Egeln prägte.

Egeln l Finsteres Mittelalter heißt es manchmal, wenn jemand etwas als rückständig bezeichnet. Die heutige Forschung würde sich vielleicht anders ausdrücken. Denn so finster kann nach heutigem Wissen das Mittelalter kaum gewesen sein. Zugegeben, die die technische Entwicklung ließ noch auf sich warten. Um zu überleben, war vor allem schwere Handarbeit in der Landwirtschaft angesagt.

Der Adel beherrschte das Land, baute Burgen und Klöster. In Egeln ist das Mittelalter noch heute in Form der Wasserburg und des Klosters erhalten. Für das zweitägige Mittealterspektakel ist die Stadt Egeln wie gemacht.

Die Unter- und Oberburg werden sich am Wochenende in einen Mittelaltermarkt verwandeln. Viele Höhepunkte haben die Schausteller in diesem Jahr für das Publikum vorbereitet, sagt Uwe Lachmuth, der die Wasserburg im Auftrag der Stadt betreut.

Höhepunkt am Sonnabend wird gegen 19.30 Uhr der Wettstreit der Feuerspucker werden. Dunkel dürfte es zu dieser Zeit bereits sein, freut sich Uwe Lachmuth auf das Spektakel. Nicht so günstig entwickelt sich vielleicht das Wetter heute.

Sah die Wetterprognose zu Wochenbeginn noch vielversrechend aus, revidierten die Meteorologen die Voraussage für morgen auf Regenwetter. Damit wiederholt sich vielleicht wettertechnisch das Mittelalterspektakel vom vergangenen Jahr. Auch damals standen die Schausteller am ersten Tag der Veranstaltung im Regen.

Dabei nieselte es meist nur leise vor sich hin. Später blieben zwar die dunklen Wolken, aber Wasser fiel kaum noch vom Himmel. "Oftmals bekommen wir trotz einer schlechten Prognose kaum etwas ab", sagt Uwe Lachmuth. Seit sich aber jeder auf seinem Handy die Wettervorhersage laden kann, blieben die Leute bei schlechten Prognosen oftmals aus, hat er beobachtet. Die kleinen Programme seien viel zu unpräzise für eine ortsgenaue Vorhersage, sagt er. Auch wenn die Prognose auf Regen stehe, sollten die Leute trotzdem nach Egeln fahren, lautet daher sein Rat. Die Burg habe viel mehr zu bieten, auch wenn es regnen sollte, zählt er auf. Einen Abstecher könnten die Besucher auch im Museum machen. Dort ist es trocken. Vielleicht verziehen sich die Regenwolken auch schneller als gedacht. Es wäre zumindest aus Egelner Sicht nicht ungewöhnlich. Eigentlich sollte wegen des unberechenbaren Oktoberwetters die Veranstaltung bereits im August durchgeführt werden. Immer wieder kam allerdings etwas dazwischen.