Ein historisches Foto erzählt in Egeln ein Stück Heimatgeschichte. Museumsleiter Uwe Lachmut hat es entdeckt. Es zeigt: Brause und Liköre wurden einst mit dem Pferdewagen ausgefahren. Dazu ist ein Anekdote bekannt.

Egeln (nme) l "Dieses alte Foto fand ich unlängst im Forschungsarchiv der Stadt Egeln, welches hauptsächlich aus den Nachlässen der ehemaligen Ortschronisten Hans Grube und Dr. Erich Weber besteht", berichtet Uwe Lachmuth. Er weiß, dass Ernst Unger früher ein Geschäft in dem Haus im Breiteweg, Ecke Meisterstraße, besaß, das heute ein reines Wohnhaus ist.

"Immer wenn Ernst Unger einen neuen Likör gemixt hatte, lud er Geschäftsleute ein."

"Wenn man in das Haus rein kam, war im Flur ein Ladenfenster, aus dem verkauft wurde. Hauptsächlich waren es Waren wie Essig, Senf, Petroleum, Wein, Liköre oder Brause." Da es in Egeln noch einen Unger gab, der eine kleine Hausbrauerei betrieb, unterschied man zwischen Bier- und Brauseunger.

Ernst Unger war also der Brause-Unger, der seine Waren ebenfalls in der gesamten Egelner Mulde vertrieb.

Das Foto stammt wohl aus den 1920er Jahren, als das Geschäft noch mit Fuhrwerken seine Kunden belieferte.

Der alteingesessene Egelner Geschäftsmann Fritz Grabe erzählt: "Ernst Unger war gern freigibig. Immer wenn er einen neuen Likör gemixt hatte, lud er befreundete Geschäftsleute zum Probieren ein. Allerdings kam dann oft seine Frau und beendete die fröhliche Runde mit den Worten: `Schluß jetzt!`"