Die Deutsche Marktgilde als Veranstalter des Staßfurter Wochenmarkts hat eine Händlerumfrage gestartet. Darin spielen Gebühren, Öffnungszeiten und Standort eine Rolle, was der "Salzland-Kurier" zuvor im Beitrag "Große Klappe - große Gebühren" (Ausgabe vom 22. Oktober) nach der Standgebühren-Erhöhung zum Thema gemacht hatte.

Staßfurt l Wie die Gilde auf Anfrage jetzt mitteilte, laufe die Händlerumfrage noch bis zum Sonnabend. Die enthält solche Fragen, ob der Zeitungsartikel tatsächlich die persönliche Meinung der Händler wieder gebe. Immerhin waren sieben Händler darin zu Wort gekommen. Die Marktgilde interessiert auch, ob die Öffnungszeiten nach Meinung der Händler geändert werden sollten - wenn ja wie.

30 Händler hätten die Umfrage nun vom Veranstalter bekommen, mit der Bitte, den Brief mit den Antworten anonym zurückzuschicken.

"Jeder Händler hat nun also die Möglichkeit, uns seine eigene Meinung mitzuteilen."

"Jeder Händler hat nun also die Möglichkeit, uns seine eigene Meinung mitzuteilen", erklärt Frank Hadan von der Marktgilde-Niederlassung in Dresden. Etwas Gegenteiliges wurde übrigens gestern auf dem Markt von den im Beitrag erwähnten Händlern nicht behauptet.

Anonym solle das Ganze nun deshalb laufen, "weil uns nicht die Absender interessieren. Wir möchten ein repräsentatives Meinungsbild der Händlerschaft bekommen", so Hadan. Die Umfrage soll dann kommende Woche ausgewertet werden. "Und die Ergebnisse stellen wir selbstverständlich gern auch Ihnen zur Verfügung", verspricht der Gilde-Vertreter der Redaktion.

Im nächsten Schritt möchte die Marktgilde übrigens die Staßfurter Bürger befragen. Sie rechnet damit, dass sie bei reichlicher Beteiligung auch seitens der Kunden ein "repräsentatives und vor allem neutrales Meinungsbild" bekomme. Auch da solle die Auswertung wieder kurzfristig erfolgen, so dass zum Jahresende die Ergebnisse beider Befragungen vorliegen, kündigt die Gilde an.

"Offensichtlich sind die Händler also selbst nicht daran interessiert, zur Attraktivitätssteigerung des Marktes beizutragen."

Wie die Bürgerbefragung organisiert wird, sei noch nicht abschließend geklärt. "Wahrscheinlich soll dies online erfolgen. Der Oberbürgermeister von Staßfurt hat uns in einer Unterredung angeboten, hierfür auch Staßfurts Webseite/Facebook zu nutzen", so Frank Hadan. "Anfang des neuen Jahres stehen wir dann mit den Auswertungen dem Stadtrat/Wirtschaftsausschuss oder anderen ernsthaft Interessierten zur Verfügung."

Bislang sei die Beteiligung der Händlerschaft jedenfalls eher zurückhaltend: Von den 30 verteilten Fragebögen seien mit Stand Montag sieben zurückgekommen.

Er wolle nicht vorgreifen, erklärt Hadan, "aber interessant an diesem Rücklauf ist die Feststellung, dass kein Händler eine Ausweitung der Marktzeiten wünscht. Einige wünschen sogar die Verkürzung freitags auf 12 Uhr. Offensichtlich sind die Händler also selbst nicht daran interessiert, zur Attraktivitätssteigerung des Marktes beizutragen, indem sie der berufstätigen Bevölkerung entsprechende Marktzeiten anbieten."

Das könne man aber auch jetzt schon beobachten, indem man freitags, gegen 13 Uhr, den Wochenmarkt besuche und feststelle, welche Händler zu diesem Zeitpunkt noch verkaufsbereit seien.

Zudem sei ein eventueller Standortwechsel von den Händlern ebenfalls nicht gewünscht. "Auf die Frage, wohin eine Verlegung denkbar wäre, wird häufig der Neumarkt genannt", verweist Frank Hadan allerdings darauf, dass die Umfrage noch nicht abgeschlossen sei.

Auslöser des Unmuts der Händler war die Erhöhung der Standgebühren. Hierzu erklärt die Gilde nochmal, dass dafür ihre "bundesweite Umstellung auf Quadratmeter-Berechnung Mitte August/Anfang September sowohl der Stadt, als auch jedem Wochenmarkthändler schriftlich angekündigt" worden sei:

Seit dem 1. Oktober gelte also nicht mehr der laufende Meter Verkaufsfront als Berechnungsgrundlage, sondern die tatsächlich durch eine Verkaufseinheit in Anspruch genommenen Flächen. Dazu gehören eben auch Klappen und Deichseln.