Das kulturelle Leben in Schneidlingen wird schon bald um einen Vereinsstammsitz reicher sein. Auf "Rieckes Hof" richten sich Mittelalterfreunde des Vereins "Corvos - Die Raben" ein neues Domizil ein. In dem Dorf liegt die Wiege ihrer Gemeinschaft. Mit einem Weihnachtsmarkt wird die Rückkehr der Raben in diesem Jahr gefeiert.

Schneidlingen l Höhen und Tiefen kennzeichnen die noch junge Historie des Vereins "Corvos - Die Raben." Er ging aus dem ehemaligen Förderverein der Wasserburg in Schneidlingen hervor.

Als die Burganlage 2011 unter den Hammer kam und an einen privaten Besitzer veräußert wurde, musste der Förderverein die Burg und damit seinen Vereinssitz verlassen. Die Gemeinschaft in ihrer damaligen Form gibt es heute nicht mehr.

Dafür hat eine Linie überlebt. 15 Männer, Frauen und Kinder gehören der Gruppe "Corvos - Die Raben: Lebendiges Mittelalter" an. Sie kommen nicht nur aus Schneidlingen. "Unsere Mitglieder sind quer auf der Landkarte verstreut. Sie wohnen in Magdeburg, Quedlinburg, in Finsterwalde oder in Tilleda am Kyffhäuser", berichtet Vorstandsmitglied Falk Kahmann. Treffen haben bisher "mal bei dem, mal bei dem in verschiedenen Küchen stattgefunden. Das hat bald ein Ende", kann der Mittelalterfreund mit Sicherheit sagen.

Möglich machte das der Besitzer von "Rieckes Hof" in Schneidlingen, der dem Verein einen Teil leerstehender Gebäude zur Nutzung überlässt. Seit knapp drei Monaten werkeln die Raben mit Hilfe des Eigentümers nach Feierabend fleißig. Auf zwei Etagen werden Räume in einem ehemaligen Taubenturm nutzbar gemacht. Unten soll später ein Versammlungszimmer eingerichtet werden. Oben, so der Plan, könnten zwei weitere Orte für Veranstaltungen nutzbar gemacht werden. Ausstellungen sind geplant. Eine benachbarte Scheune könnte als Lagerraum dienen. Die Grünfläche hinterm Objekt soll später ein Garten werden.

Mit einer ersten Veranstaltung möchte der Verein seine Rückkehr jetzt gemeinsam mit allen Schneidlingern feiern. Geplant ist ein Weihnachtsmarkt, der am 6. Dezember, stattfindet. Kontakte mit vielen weiteren Beteiligten stehen schon. Mit den Landfrauen, den Chören, Gewerbetreibenden, der Schule und weiteren Helfern sei schon gesprochen worden, so Falk Kahmann. Im Schatten der Wasserburg sieht er auf dem neuen Hof den idealen Ausgangspunkt für einen Neustart. Die Arbeit der Raben in den letzten Jahren habe gezeigt, dass die Gemeinschaft eine Zukunft hat. Beteiligungen an Kindercamps, Veranstaltungen mit mittealterlichem Charakter und Dorffesten sprechen dafür.

Jetzt hat der Verein einen Ort, selbst einzuladen, um das kulturelle Leben in Schneidlingen weiter anzukurbeln.