Die Risiken des abwehrenden Brandschutzes müssen die Gemeinden selbst einschätzen. Risikoanalyse heißt das Papier dazu. In der überarbeiteten Risikoanalyse hat die Verbandsgemeinde nun die oft unzureichende Löschwasserversorgung thematisiert.

Egelner Mulde l Die zwei Jahre alte Risikoanalyse hat die Verwaltung überarbeitet. Zur ersten Sitzung des Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz legte die Verwaltung das Papier den Ausschussmitgliedern vor.

Neben der Aufzählung der besonderen Brandlasten in den Orten der Mitgliedsgemeinden, gibt das Papier vor allem darüber Aufschluss, mit welchen Mitteln die Verbandsgemeinde möglichen Gefahren begegnen will. Wie viel Ausrüstung und Personal in den einzelnen Feuerwehren tagsüber in der Regel zur Verfügung steht und wie lange die Feuerwehren bis zum Einsatzort benötigen, ist hier vermerkt.

Ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung des abwehrenden Brandschutzes spielt dabei die Verfügbarkeit von Löschwasser. Und damit sieht es weniger gut bestellt aus. Obwohl die Bode durch viele Orte fließt, haben die Feuerwehren im Einsatzfall jedoch kaum die Möglichkeit die natürliche Wasserressource anzuzapfen. Denn es gibt in den Orten kaum Plattformen und Zugänge zum Fluss, um die Tragkraftspritzen dort aufzustellen.

Zwar dürfen die Feuerwehren im Einsatzfall auch das Trinkwassernetz benutzen. Doch die dort verfügbaren Wassermengen reichen in der Regel kaum aus. In der bislang gültigen Risikoanalyse wurden die verfügbaren Wasserentnahmestellen mit einem Radius von 300 Metern versehen. So weit sollte das Löschwasser für die Feuerwehr nutzbar sein. Nur haben längst nicht alle Einsatzfahrzeuge der örtlichen Feuerwehren Schlauchmaterial für 300 Meter an Bord, sagte Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr während der Ausschusssitzung. Die Tragkraftspritzenfahrzeuge, die häufigste Ausstattung in den Gerätehäusern, verfügen gerade einmal über 150 Meter Schlauchmaterial. Hinzu komme, dass die Wehren tagsüber oft nur dürftig besetzt seien, sagte er weiter. Die Feuerwehren müssten noch in der Lage sein, das Schlauchmaterial zeitnah zu verlegen, begründete der Verbandsgemeindebürgermeister die Reduzierung der Radien der Löschwasserentnahmestellen. Künftig sollen die nur noch einen Radius von 150 Meter abdecken.

Das sorgte bereits im Ausschuss für Diskussionen. Ausschussvorsitzender Christian Boos (CDU) fragte ungläubig, wer das bezahlen solle. Denn sollte die Risikoanalyse so beschlossen werden, muss die Verbandsgemeinde weiter in den Ausbau der Löschwasserversorgung investieren. Boss schlug vor, die Nutzung des Löschwassers differenziert zu betrachten. In den Orten, wo die Feuerwehren gut ausgerüstet seien, sollte die Verbandsgemeinde den 300-Meter-Radius belassen. Als Beispiel nannte er Tarthun. Dort habe die Feuerwehr ausreichend Schläuche.