Börde-Hakel l Der Gemeinderat von Börde-Hakel hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ein geplantes Wohngebiet an der Hadmerslebener Straße in Westeregeln drastisch zu verkleinern. Bislang hat die Gemeinde dort nach einem gültigen Bebauungsplan eine mehr als fünf Hektar große Fläche als Wohnbaugebiet ausgewiesen, erläuterte Bauamtsleiter Gerald Schierhorn.

In der Euphorie der ersten Jahre nach dem Mauerfall und in der Erwartung, dass die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich wachsen würde, habe der Gemeinderat seinerzeit die Wohnbauflächen geplant und ausgewiesen. Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer zeigt sich, dass die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in der Regel in die falsche Richtung zeigten. Anstatt zu wachsen, ging die Bevölkerung zurück. Riesige Wohnbauflächen werden heute in den Orten kaum mehr benötigt. Zumal mit dem Wohngebiet Hadmerslebener Straße, so der Name des geplanten Viertels, die Gemeinde auch noch enorme Kosten zu tragen hätte, machte er aufmerksam. Sollte sich ein Käufer für eins der geplanten Grundstücke finden, müsste die Kommune dort sofort eine Straße bauen. Mit Einnahmen könnte die Gemeinde dagegen kaum rechnen. Denn die betroffenen Grundstücke gehören nicht einmal der Kommune, sondern befinden sich in privatem Besitz, erklärte Schierhorn.

Um die Kosten für die Gemeinde gering zu halten und dennoch eine Bebauung zu ermöglichen, schlägt die Bauverwaltung eine Umplanung des Bebauungsgebietes vor. Danach soll die Errichtung von Wohnhäusern an der Hadmerslebener Straße erlaubt werden. Die dortigen möglichen Wohnbaugrundstücke gelten mit der Straße und den verfügbaren Medien als erschlossen. Nur ein kleines Problem gibt es entlang der Straße. Parallel zu der Straße verläuft etwa 20 Meter entfernt unter den Baugrundstücken eine Trinkwasserleitung. Die Umplanung mache nur Sinn, wenn der Trinkwasserversorger die Leitung verlege, heißt es in der Beschlussvorlage als Bedingung. Er habe bereits mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband gesprochen, sagte er weiter. Unklar sei allerdings, ob der Zweckverband die Leitung schnell und unkompliziert verlege. Ohne eine Verlegung könnten die Gebäude erst in einem Abstand zur Straße von mehr als 20 Meter errichtet werden, machte er deutlich. Das sei an sich nicht schlecht. Aber die Bauherren müssten mit höheren Kosten für den Bau von Wegen rechnen, gab er zu bedenken.

Der Gemeinderat stimmte für den Vorschlag. Nun soll sich im beginnenden Verfahren zeigen, ob die Umplanung auch mit den Versorgern gelingen kann, will der Bauamtsleiter das Ergebnis der Gespräche abwarten.