Im Juli hatten die Anwohner vom Triftweg in Förderstedt eine Petition beim Landtag eingereicht. Den Zustand ihrer Straße wollen sie so nicht mehr hinnehmen. Gestern war der Petitionsausschuss vor Ort.

Förderstedt l Zwölf Einwohner vom Triftweg haben die Petition eingereicht. Eine Petition ist eine Eingabe, bei der Bürger Hilfe beziehungsweise Lösungen verschiedenster Probleme einfordern können.

Am gestrigen Freitag waren Uwe Loos und Eduard Jantos vom Petitionsausschuss vor Ort. Sie behandeln den Fall. Auch Ortsbürgermeister Peter Rotter, ebenfalls Mitglied im Petitionsausschuss, und Oberbürgermeister René Zok waren zugegen.

"Ökostraße" mit Betonuntergrund

Karl Seidel, Anwohner des Triftwegs, hatte die Petition federführend eingereicht. Lange war die Straße ein Feldweg, ein "Schlammweg", sagte er gestern den Ausschussmitgliedern. 1993 wurde der Triftweg endlich ausgebaut - als "Ökostraße", das heißt 40 Zentimeter Betonunterbau, darüber Erde und Rasengitter. "Bei Regen trocknet die Straße daher nicht ab", sagte Karl Seidel. Als 2006 Fördermittel flossen, wurde nur ein kleiner Teil des Triftwegs saniert. Der Rest blieb samt Fußweg wie er war.

Oberbürgermeister René Zok erklärte, dass ein Ausbau der Straße kaum Chancen habe: "In anderen Ortsteilen ist es viel schlimmer, in Neundorf sind einige Straßen noch Feldwege. Für den Ausbau des Triftwegs würde ich im Stadtrat keine Mehrheit bekommen."

Dazu kommt, dass die Anwohner den Fußweg in den 70er Jahren selbst gelegt haben. Seitdem wurden die Platten nie ersetzt. Heute sind sie locker und rissig und werden vom Regenwasser unterspült. "In meiner Ausfahrt bin ich schon drei Mal hingefallen", erklärte Anwohnerin Brigitta Schmidt. "Außerdem hat die Feuerwehr im Brandfall hier keine optimale Löschwasserversorgung, da die Leitung von 1937 stammt und zu wenig Druck hat", sagte Karl Seidel.

Oberbürgermeister René Zok gab den Anwohnern Recht: "Eine Oberflächenentwässerung ist hier nicht vorhanden. Das ist an mehreren Stellen in Förderstedt der Fall. Die ehemalige Gemeinde hat oft auf ein Regenwassersystem verzichtet, einfach um Kosten zu sparen."

Diese Bauweise sei aber der ehemaligen Gemeinde Förderstedt und nicht der Stadt Staßfurt anzulasten, die Förderstedt erst 2008 als Ortsteil aufgenommen hat, betonte René Zok. Die Regenwasserversickerung der Straße funktioniert zudem nicht, weil unter Erde und Rasengitter die Betonschicht liegt, die das Versickern des Regenwassers verhindert.

Wasser auf Grundstück versickern lassen

Wolfgang Waschk, zuständiger Fachdienstleiter bei der Stadtverwaltung, erklärte, dass es nicht möglich sei, hier ein Regenwasserableitsystem zu schaffen, aus technischen Gründen. Er sagte auch, dass das Regenwasser, das sich auf Straße und Fußweg sammelt von den höher liegenden Grundstücken komme.

Laut Wassergesetz des Landes Sachsen-Anhalt seien die Hausbesitzer für die Versickerung dieses Regenwassers auf ihrem Grundstück zuständig. "Wir dulden die Situation momentan nur, aber eigentlich ist das nicht zulässig", betonte Waschk.

Eduard Jantos vom Petitionsausschuss schlug schließlich einen Kompromiss vor: Die kaputten Stellen an Einfahrten und Gehwegen sollen von der Stadt repariert werden. Die Kosten teilen sich Anwohner und Stadt. Anfang 2015 werde der Petitionsausschuss die Eingabe aus dem Triftweg schriftlich beantworten, nachdem diese in einer Sitzung des Ausschusses besprochen wurde.