Es war wieder der Höhepunkt im Konzertjahr des Jugendblasorchesters Staßfurt. Bitter für das Ensemble, dass Dirigent Jörg Buschmann es nach zehn Jahren verlässt. Die Vereinschefin Kathrin Hätsch-Johannes sprach von "Schockstarre".

Staßfurt l Konzentrierte Stille herrscht im ausverkauften Theatersaal, als der musikalische Leiter Jörg Buschmann den Taktstock hebt. Dann ertönt der kraftvolle Klang der Blechblasinstrumente und genauso kräftig fällt auch der Beifall nach jedem Musikstück aus. Das Weihnachtskonzert wird nicht nur zum Abschiedskonzert. Das Moderatoren-Duo Luisa Mollenhauer und Peter Roskoden setzt neue Akzente. Zum Beispiel als es die Jupiter-Hymne im Arrangement von Johan de Meij ankündigt. Die beiden erklären, dass man in diesem Jahr vor allem Musikstücke mit englischem Titel ausgesucht habe und leiten damit zu einem Gedicht - von Peter Roskoden vorgetragen -über, das auf lustige Weise die englische und deutsche Sprache vermischt.

Herausragend die Komposition "Biscaya", von James Last und seinem Orchester zuerst kreiert und nun vom Blasorchester und Henriette Stein und Tina Weiß auf dem Akkordeon gespielt. Im Konzert erklingt mit "The Rose" ein Welthit, der den Golden Globe und weitere bedeutende Musikauszeichnungen errang und hier von Sebastian Fasel auf der Solotrompete hervorragend dargeboten wird.

Zum Schluss beweisen die Musiker, dass auch ein Blasorchester hervorragend Weihnachtslieder, wie "Leise rieselt der Schnee" oder das populäre Lied vom kleinen Trommler (Little Drummer Boy) spielen kann. Es bleibt nicht bei den süßen musikalischen Leckerbissen. Vereinschefin Karin Hätsch-Johannes hat nach der Auszeichnung verdienter Orchestermitglieder (siehe oben) noch den beliebten Orchesterleiter Jörg Buschmann, der das Orchester seit 2004 leitete, zu verabschieden. "Wir befinden uns zum Teil immer noch in Schockstarre und wissen noch nicht, wie es weitergehen wird," sagt sie. Auch Oberbürgermeister René Zok überreicht dem scheidenden musikalischen Leiter mit bewegten Worten einen Bildband über den Ort seines bisherigen Wirkens. Bernd Krafczyk vom Frauenchor Hecklingen übergibt zwei CDs mit Mitschnitten von zwei Konzerten in der Hecklinger Basilika.

Die Zuschauer bringen ihren Dank mit "Standing ovations" zum Ausdruck. Jörg Buschmann erklärte am Rande: "Berufliche Zwänge lassen mir leider nicht die Zeit, mit dem Orchester zu arbeiten, und das Orchester braucht viel Zeit. Ich hoffe aber, dass Stadt und Sponsoren das Orchester weiterhin so gut unterstützen und wünsche ihm deshalb alles Gute."

Mit dem von allen gesungenen "O du fröhliche" und "Jingle Bells" als unvorbereitete Zugabe klingt das Konzert aus.

 

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