Ein Solarpark sollte auf dem Gelände der ehemaligen Eisfabrik in Atzendorf entstehen. Der Investor hat sich allerdings zurückgezogen. Neue Pläne gibt es nicht.

Atzendorf l Einen kleinen Solarpark wollte die Firma Heim und Familie Wohnbau aus Gera auf dem Gelände der ehemaligen Eisfabrik Atzendorf errichten, berichtete die Volksstimme im April 2012. Das Gelände neben der Hopfendarre steht leer, das Fabrikgebäude war abgerissen worden.

Die Verwaltung wurde, nachdem der Investor Interesse bekundet hatte, beauftragt, die nötigen formellen Schritten einzuleiten. Anke Michaelis-Knakowski, zuständige Fachdienstleiterin bei der Verwaltung, teilt auf Nachfrage mit, dass im Rathaus alles vorbereitet wurde, der Investor sich aber dann nicht mehr gemeldet hat. Das Gelände gehört immer noch dem alten Eigentümer. "Auch andere Interessenten gibt es dafür nicht, es ist nichts geplant", erklärt Anke Michaelis-Knakowski.

Damit wuchert das Gestrüpp auf dem Gelände weiter, auch die Mauer verfällt zusehends.

"Die Eisfabrik hat man nach der Wende pleite gehen lassen", erklärt der Atzendorfer Heimatforscher Dr. Ernst Herbst. Zuvor beherbergte das Gebäude eine Molkerei und noch früher eine Zichorienfabrik. Aus der Wurzel der Pflanze Gemeine Wegwarte, auch Zichorie genannt, wurde ein kaffeeähnliches Getränk hergestellt. "In Atzendorf gab es Kühe, eine Molkerei und die Eisfabrik - eine geschlossene Kette", sagt Herbst. Das Atzendorfer Eis war in der ganzen DDR bekannt.

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