Am Wochenende öffnet das Museum in Egeln wieder sein Pforten. Diesmal nimmt es die Besucher mit zu einer ungewöhnlichen Entdeckung.

Egeln l In den vergangenen Tagen beschäftigte Museumsleiter Uwe Lachmuth vom Egelner Heimatmuseum vor allem ein Stein. Das gute Stück fand im vergangenen Sommer eine Spaziergängerin im Tarthuner Wöhl. Der aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Stein weckte das Interesse des Egelner Museums wegen seiner ungewöhnlichen Beschriftung. Römische Ziffern dienen hier als Zeitangabe. "Das war absolut unüblich", sagt Uwe Lachmuth. Vor rund 300 Jahren hätten die Grabsteine in der Regel Geburts- und Todesjahr angegeben. Warum der Stein aus dem Wöhl so ganz anders gestaltet ist, bleibt für ihn ein Rätsel. Vielleicht hat er aber auch eine andere Funktion gehabt, ließe sich mutmaßen.

Eine große Frage sei ebenfalls, sagt Uwe Lachmuth, wieso der Stein im Tarthuner Wöhl gelegen habe. Die Siedlung sei vor der Gründung Tarthuns dichter an Unseburg gewesen. Im Wöhl habe eine Siedlung bestanden. Sie verschwand wieder. Doch was macht der Stein dort? Vielleicht sei er von einem alten Friedhof verschwunden, vermutet er. Früher hätten sich die Friedhöfe an anderen Stellen befunden. Vielleicht soll der mysteriöse Stein auch an etwas erinnern und ist deshalb weniger ein Grabstein. Schließlich werden auch heute noch wichtige Daten zum Teil mit römischen Ziffern für die Nachwelt geschrieben.

Bis zum Sonntag wolle er sich noch intensiv mit dem Stein beschäftigen, kündigt er an. Am Sonntag öffnen sich die Türen des Heimatmuseums ab 14 Uhr für die Bürger. Dann werde er seine Forschungsergebnisse über den Stein vorstellen, macht es Uwe Lachmuth spannend. Alle Bürger, die sich für die Heimatgeschichte interessieren, seien gern im Museum gesehen und können auch gern mithelfen, die Geschichte des ungewöhnlichen Steins mit zu erforschen, sagte Uwe Lachmuth.