Das Cochstedter Volks-haus bleibt weiter geschlossen. Ein Gutachten hat schwere Mängel am Dach des Kultursaals bescheinigt. Die Sanierung soll eine halbe Million Euro kosten. Woher das Geld kommt, ist derzeit unklar. Die Cochstedter wollen aber nicht aufgeben.

Cochstedt l Damit der einzige Kultursaal in Cochstedt wieder genutzt werden kann, müsste bei weitem mehr Geld als erwartet in die Hand genommen werden. "Es sieht nicht rosig aus", kann Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU) den Cochstedtern keine gute Nachricht zukommen lassen. Die Situation sei schwierig, meint er mit Blick auf ein Gutachten. Das hatte die Stadt vor einigen Monaten in Auftrag gegeben, um die Gesamtkosten der Sanierung zu beziffern. Jetzt liegt das Ergebnis mit trauriger Gewissheit vor. Hans-Rüdiger Kosche berichtet, dass die Studie große Mängel am Dachtragewerk des Gebäudes bestätigt. Von Pilzbefall und Hausschwamm sei die Rede. Das Papier komme zu dem Schluss, dass 520 000 Euro zur Sanierung nötig seien. "Eine schöne Hausnummer", so Kosche. Selbst wenn die Stadt ihre Investpauschale über zwei Jahre zusammennehmen würde, wäre das Geld nicht ausreichend.

"Wir geben uns nicht geschlagen. Das Todesurteil ist noch nicht gesprochen."

Damit kann der Kultursaal des Ortes auf unbestimmte Zeit auch weiterhin nicht genutzt werden. Jugendweihen, der Karneval, Feiern und andere Feste stehen vor der Tür. Hans-Rüdiger Kosche kann den Nutzern im Moment keine Lösung zum Erhalt der Einrichtung anbieten. Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (Die Linke) sucht ebenfalls nach einem Ausweg. "Wir haben auf das Gutachten gehofft. Dass der Sanierungsbedarf aber so hoch ausfällt, hätten wir bei weitem nicht gedacht", sagt der Coch-stedter. Langfristig dämpfe das die Hoffnungen auf Erhalt. "Aber: Die Cochstedter hängen am Volkshaus. Wir geben uns nicht geschlagen. Das Todesurteil ist noch nicht gesprochen."

Wolfgang Weißbart kündigt an, nach Alternativen zum Erhalt zu suchen. "Wir brauchen einen solchen kulturellen Treffpunkt im Ort."

Hauptleidtragende seien für ihn derzeit die Karnevalisten. Veranstaltungen der laufenden Session finden in Kürze in anderen Orten statt. "Der Verein braucht aber in Cochstedt einen Standort, um überleben zu können", sagt Wolfgang Weißbart.