Spannung ist was anderes. Und erwartungsgemäß wenig Interesse zeigten die Bürger von Hohenerxleben und Rathmannsdorf am Sonntag auch an den Ergänzungswahlen, damit ihre Ortschaftsräte künftig mit der Anzahl Abgeordneter entscheiden können, die in den Hauptsatzungen festgeschrieben stehen. In Hohenerxleben waren nach der Wahl im Mai 2014 drei Plätze, in Rathmannsdorf vier Plätze freigeblieben.

Hohenerxleben/Rathmannsdorf l Ebenso viele Kandidaten standen in den jeweiligen Orten nun zur Nachwahl. Birgit Heldt, Marianne Nebel und Andreas Stallbaum hatten sich in Hohenerxleben als Parteilose auf die Liste der SPD setzen lassen. So hätte ihnen theoretisch insgesamt ein Kreuz gereicht, um im Block in den Ortschaftsrat zu kommen.

"Hohenerxleben gehört sonst zu den Orten mit einer relativ hohen Wahlbeteiligung."

Das schien den Wählern vielleicht bekannt, denn die Wahlbeteiligung lag in dem Bodedorf bei gerademal 22,8 Prozent. Ortsbürgermeister Sven Wagner wollte dieses Ergebnis nichtmal auf das stürmische Wetter schieben. "Hohenerxleben gehört sonst zu den Orten mit einer relativ hohen Wahlbeteiligung", meinte der SPD-Lokalpolitiker.

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr lag sie immerhin bei 46,03 Prozent. Dieses Mal fanden nur 164 von 717 Wahlberechtigten den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus an die Wahlurne.

Wagner zeigte sich dennoch erleichtert, wieder "die volle Handlungsfähigkeit im Ortschaftsrat erreicht" zu haben. Die ehemalige Sozialamtsleiterin der Stadt Staßfurt und jetzige Ruheständlerin Marianne Nebel holte mit 223 von insgesamt 474 abgegebenen Stimmen die meisten, Erzieherin Birgit Heldt lag mit 132 dahinter. Es folgte der Servicetechniker Andreas Stallbaum mit 119 Stimmen.

Etwas spannender war es dann doch in Rathmannsdorf. Hier hatten sich vier Einzelbewerber gefunden. Die Gefahr hätte bestanden, dass ein oder zwei Kandidaten so viele Stimmen auf sich ziehen, so dass einige Sitze wieder nicht besetzt werden können.

Das ist nicht passiert. Die stellvertretende Wahlleiterin Antje Herwig konnte am Abend mitteilen, dass nach dem vorläufigen Wahlergebnis auch in Rathmannsdorf alle vier Kandidaten in den Ortschaftsrat gewählt wurden. Hier lag die Wahlbeteiligung etwas höher mit 25,72 Prozent (2014: 50,8).Von 517 gaben 133 Wähler ihr Votum ab.

Die meisten (147 von insgesamt 366 abgegebenen) Stimmen erreichte in Rathmannsdorf die Lehrerin Regina Newig, die bereits mit dem Mandat des Sportvereins schon Erfahrungen in vorangegangenen Legislaturen sammeln konnte. "Newcomer" Stefan Stange zog als Zweiter 95 Stimmen auf sich.

"Der Richtige, weil er seine Meinung direkt sagt - und das ehrlich"

Obwohl er nicht gerade zu den "Ur"-Rathmannsdorfern gehört, hatte der 29-Jährige sicher beim Kampf um einen neuen Spielplatz in Rathmannsdorf vergangenes Jahr (Volksstimme berichtete) große Sympathien bei der Einwohnerschaft gewonnen. Diese erfolgreiche Aktion sei übrigens auch ausschlaggebend gewesen dafür, dass er der Bitte von Ortsbürgermeister Klaus Magenheimer (Linke) nachkam, sich vielleicht im Ortschaftsrat einzubringen. "Es gibt noch viele andere Dinge, wie die Überdachung der Bushaltestelle in der Klausstraße oder der Ausbau des ,Feldwegs` vor der Kirche, die noch zu ändern sind im Dorf", erklärte Stange gestern.

Seine Frau Melanie glaubt, er sei der Richtige dafür, "weil er seine Meinung direkt sagt - und das ehrlich".

Das Credo des Kampfmittelbergers: "Wer sich nicht äußert, wird nichts erreichen." Das gelte im Übrigen nicht nur für Ortschaftsräte, sondern auch für die Bürger selbst. Die nächste Möglichkeit dafür wäre die Ortschaftsratssitzung am Donnerstag, 22. Januar, bei der auch eine Einwohnerfragestunde auf der Tagesordnung steht.

Die beiden anderen Kandidaten, die es nach vorläufigem Wahlergebnis auch in den Ortschaftsrat Rathmannsdorf geschafft haben, sind der gelernte Elektronikfacharbeiter René Honscha mit 67 und die Kosmetikerin Corina Sonnabend mit 57 Stimmen.

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