Der Vorfluter "Beek" war in Hecklingen einst angelegt worden, um den Ort vor Hochwasser zu schützen. Nach extremen Regenfällen im Sommer 2012 stellte sich heraus, dass das Bauwerk Mängel aufweist. Die Stadt kann den Graben aber nicht grundhaft ausbauen, weil sie die Finanzierung ohne Zuschüsse nicht stemmen kann. Der Kommune fehlt ein passendes Förderprogramm.

Hecklingen l Am 4. August 2012 berichtete die Volksstimme über eine Folge von Starkregen in Hecklingen. Dreh- und Angelpunkt des Beitrags war der Vorflutgraben "Beek". Er war nach dem großen Hochwasser 1937 mit der Aufgabe gebaut worden, den Ort zu schützen. Wie wichtig der Graben ist, zeigte sich 2012.

Nach heftigen Niederschlägen füllte sich der betonierte "Beek" im Juli binnen kurzer Zeit bis zum Rand. Problem: Dabei kamen Mängel an dem Bauwerk zu Tage. Unterspülungen hatten zur Folge, dass Mauerteile abbrachen. Die Feuerwehr musste entsprechende Stellen sichern. Die Stadt kündigte damals an, Gespräche mit dem zuständigen Unterhaltungsverband aufzunehmen, um zu klären, wie der Ausbau und die Pflege des "Beeks" im Zuge des Hochwasserschutzes vorangetrieben werden können. Problematisch ist nämlich weiter, dass der "Beek" im Sommer komplett mit Schilf zugewachsen ist, weil der Naturschutz eine Räumung untersagt. Denn bei Schilf handele es sich im Bundesnaturschutzgesetz um geschützte Biotope, die nicht zerstört werden dürfen. Von März bis Ende September sei eine Zurückschneidung untersagt, hieß es aus der Pressestelle der Landkreisverwaltung im Sommer 2012. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Für die Stadt steht aber nach wie vor fest, dass eine grundhafte Räumung der Grabenanlage im Zuge des Hochwasserschutzes nötig ist. Diese hat nach Auskunft von Bauamtsleiterin Sigrid Bleile bisher aber noch nicht stattgefunden. Die Kommune hält weiter daran fest. Mit ersten Erfolgen: "Bei der Grabenschau 2014 wurde unter anderem festgelegt, dass ab Eingang zum ersten Busch eine Grundräumung in 2015 erfolgen wird." Weitere Gesprächstermine mit zuständen Behörden sind ebenfalls in Planung, so Sigrid Bleile. Bezugnehmend auf die Baulichen Mängel, musste sie aber auch mitteilen, dass ein grundhafter Ausbau des Vorfluters nicht stattfinden kann. "Da das Projekt nicht in das Förderprogramm passt. Hier geht es nur um Renaturierung", begründete die Amtsleiterin.

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