Die neue Biomethangasanlage im Gewerbe- und Industriegebiet Nordost soll im Mai dieses Jahres in Betrieb genommen werden. Das erfuhr Landrat Markus Bauer (SPD) bei seinem Besuch in Staßfurt.

Staßfurt l Bei diesem Vorhaben handelt es sich um eine Investition von rund 14,5 Millionen Euro, sagte der Projektentwickler der Firma MVV Energie Mannheim Dirk Tempke, der dem Kreischef gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer der Stadt, Christian Schüler, das Projekt vorstellte.

"Die Anlieferung von Mais und der Zuckerrüben erfolgt aus einem Umkreis von lediglich fünfzehn Kilometer."

Als Gesellschafter fungieren das Unternehmen MVV, das aus den Stadtwerken Mannheim hervorgegangen, mehrheitlich in kommunaler Hand und einer der größten Energieinvestoren in Deutschland ist, sowie die Firma BayWa r.e. Bioenergie GmbH aus Regensburg. Diese Gesellschaft ist einer der führenden Projektentwickler im Bereich Biogas- und Wärmeprojekte.

Nach der Inbetriebnahme der Anlage sollen in Staßfurt jährlich rund 50 000 Tonnen Mais, Zuckerrüben und Wirtschaftsdünger verarbeitet werden, sagte Tempke. 25 000 Tonnen Mais seien bereits eingelagert worden.

"Die Anlieferung von Mais und der Zuckerrüben erfolgt aus einem Umkreis von lediglich fünfzehn Kilometer", sagte der Projektentwickler.

Aus diesem Material sollen in einem Vermenter rund 700 Newtonmeter (Nm) Methangas mit einem Brennwert von 60 Millionen kWh pro Jahr entstehen, die in das Gasnetz eingespeist werden sollen. Mit den Biogasanlagen in Kroppenstedt, Barby, Zerbst und Staßfurt, die in das Netz der Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) einspeisen, könne ein Großteil des Salzlandkreises mit Biomethangas versorgt werden, so Tempke. Darüber hinaus werden mit der Anlage in Staßfurt jährlich rund 3,1 Millionen Kilowatt-Stunden Strom erzeugt, die die Stadtwerke Staßfurt abnehmen werden.

"Wird das zu einer Preissenkung führen", wollte Landrat Markus Bauer wissen. "Der Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von Energieimporten. Es muss weniger Gas aus Russland exportiert werden. Dadurch bleibt die Wertschöpfung in der Region. Das Geld fließt in die Landwirtschaft", sagte der Geschäftsführer der Biomethangasanlage Staßfurt, Oliver Storz von der MVV Energie. "Der Gesetzgeber belohnt die Produktion von Strom und Gas mit geringeren Netznutzungsgebühren", fügte Tempke hinzu.

Seinen Worten zufolge sollen mit der Anlage in Staßfurt vier neue Arbeitsplätze direkt und weitere sechzehn im Umfeld entstehen. Darüber hinaus würden pro Jahr Aufträge im Umfang von rund 1,5 Millionen Euro an Firmen im Umfeld vergeben.

Das hörte der Landrat genauso gern wie Tempkes Aussage, dass die Gewerbesteuern entgegen anderslautenden Gerüchten in Staßfurt bleiben werden. "Das deckt sich mit unserem Ziel, denn wir sind angetreten, dort, wo wir investieren, Steuern zu zahlen", sagte Storz.

"Diese Art und Weise des Miteinander hat sich bewährt, so dass die Anlage mittlerweile auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stößt."

Mit der Stadt, den anderen Behörden und der Bürgerinitiative gebe es eine gute Zusammenarbeit. Um die Kooperation mit den Bürgern zu verbessern, haben die Investoren einen Planungsrat ins Leben gerufen, in dem Vertreter beider Seiten mitarbeiten und die Bürger turnusmäßig über den Bauablauf informiert werden.

Tempke: "Die Bürger können sich bei auftretenden Problemen, zum Beispiel bei Gerüchen oder Geräuschen über die Stadt direkt an den Investor wenden. Diese Art und Weise des Miteinander hat sich bewährt, so dass die Anlage mittlerweile auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stößt."

Das sollte man auch bei anderen Vorhaben praktizieren, sagte der Landrat, der den Investoren für ihr Engagement im Salzlandkreis dankte. "Erzählen sie überall, wie gut es hier ist", so Bauer und bot den Unternehmern bei Bedarf Unterstützung an.

Oberbürgermeister René Zok sagte: "Die Biomethangasanlage ist eine der größten Investitionen in den letzten Jahren im Stadtgebiet Staßfurt." Nach intensiven und konstruktiv geführten Diskussionen habe sich der Stadtrat für den Verkauf des Grundstücks an den Investor entschlossen. Mit der Bildung eines Planungsbeirats und dem Abschluss einer städtebaulichen Vereinbarung habe sich dieser zur Berücksichtigung der Anforderungen an Lärm- und Umweltschutz und zur Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative und den Stadträten verpflichtet.

"Ich bin zuversichtlich, dass das Projekt die gestellten Anforderungen erfüllt. Wir werden die Entwicklung positiv, aber auch kritisch weiter begleiten", so Zok.

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