Hecklingen (nme) l Nachdem die Stadt Hecklingen mitgeteilt hat, dass sie die einzige Möglichkeit zur Rettung des Volkshauses in Cochstedt im Förderprogramm "Leader" sieht, haben Experten bestätigt, dass ein solcher Zuschuss nicht ausgeschlossen ist. Geld der Europäischen Union zur dringend nötigen Instandsetzung sei grundsätzlich nicht von der Hand zu weisen. "Eine Förderung über `Leader` ist prinzipiell möglich", sagte Projektleiterin Gudrun Viehweg der Volksstimme. Sie leitet seit 2007 die Aktionsgruppe "Börde-Bode-Auen" im Salzlandkreis. Darin arbeiten Vertreter der Städte Staßfurt und Hecklingen sowie der Verbandsgemeinde Egelner Mulde mit. "Ziel ist es, die regionalen Potenziale und Stärken optimal und dauerhaft tragfähig zu erschließen, um die Region somit zu einem attraktiven Lebens-, Wirtschafts-, Kultur- und Erholungsraum zu entfalten", so Gudrun Viehweg. Mit rund 3,8 Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren schon bewilligt wurden, sind zahlreiche Projekte in der Region umgesetzt worden. Derzeit wird von den Akteuren der Region (Vereinsmitglieder, private Leute, Vertreter der Städte etc.) eine überarbeitete Strategie erstellt. Denn "Leader" startet in eine neue Förderperiode. Eine Ideenkonferenz fand kürzlich in Hohenerxleben viel Zuspruch. Wenn der Plan der Initiatoren aufgeht, winkt der Region weiteres Geld. Gudrun Viehweg geht davon aus, dass weitere vier Millionen Euro fließen könnten.

Für das Volkshaus würde ein Stück vom Kuchen aber nur infrage kommen, wenn ein entsprechendes Nutzungskonzept stimmt.

Erfüllt das Volkshaus die Zuschuss-Kriterien?

Im Konzept muss unter anderem nachgewiesen werden, dass der Saal langfristig das ganze Jahr über genutzt wird. Das Haus müsste ein Treffpunkt für viele Vereine sein. Dabei wäre aber auch zu beachten, so Gudrun Viehweg, dass keine Doppelstrukturen entstehen. Das Büro des Ortsbürgermeisters könnte demnach nicht dort angesiedelt sein, weil es schon im Rathaus seinen Sitz hat. Gudrun Viehweg kennt das Volkshaus. Zusammen mit Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart hat sie sich den Saal schon angesehen.

Sie erklärte, das die Aktionsgruppe derzeit das neue Konzept schreibt. Ziel sei es, dass die Region bis zum Sommer erneut als "Leader-Standort" anerkannt wird. Anfragen zur Förderung könnten erst danach gestellt werden. Mit Zuwendungsbescheiden wäre dann frühestens im kommenden Jahr zu rechnen.

Das Volkshaus in Cochstedt kann seit Monaten nicht genutzt werden. Statische Mängel am Dach machen eine Nutzung derzeit nicht möglich. Aktuell mussten sich die Karnevalisten neue Austragungsorte für die derzeit laufende Session suchen. Auch für Jugendweihen und Feste wird der Saal genutzt.

Ein Gutachter hatte der Stadt Anfang des Jahres bestätigt, dass die Instandsetzung der Einrichtung alles in allem rund 550 000 Euro kosten würde. Probleme am Dachstuhl, Nässe im Mauerwerk und viele weitere Mängel wurden aufgelistet. Wie Hecklingen die Finanzierung der Schäden decken kann, ist derzeit unklar. Das Fördeprogramm "Leader" ist für die finanziell notleidende Stadt der einzige Hoffnungsschimmer. Selbst mit der Aussicht auf einen Erfolg der Bewerbung, scheint die Nutzung des Saals in diesem Jahr aber nicht möglich zu sein.