Seit gut 100 Tagen sind die neuen Regionalbereichsbeamten (RBB) in der Egelner Mulde im Einsatz. Schwerpunkte haben die beiden Polizisten bei ihren täglichen Streifen bereits erkannt.

Egelner Mulde l Ein Ziel hat die Polizeireform erreicht: Die Polizei ist wieder regelmäßig im Egelner Stadtbild zu sehen. Die beiden Regionalbereichsbeamten sind ausschließlich für die Egelner Mulde zuständig. In den vergangenen Monaten waren sie viel unterwegs und haben dabei auch schon einige Schwerpunkte erkannt, sagt Polizeihauptmeister Reinhard Glage.

Für viele Eltern muss zum Ende des vergangenen Jahres ein Schock gewesen sein, als die beiden Polizisten morgens an den Grundschulen standen, schätzt der erfahrene Polizist ein. Als erfahrener Beamter weiß er, was ihn morgens an einer Grundschule erwartet. Viele Eltern wollen möglichst ohne den Wagen zu verlassen das Kind zur Schule bringen. Der Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung, der zur Rücksichtnahme mahnt, sei das bei vielen Verkehrsteilnehmern nicht so präsent, drückt er sich vorsichtig aus. Sobald die Beamten allerdings im Morgengrauen ihre Uniform zeigen, gehe es spürbar rücksichtsvoller zu, haben er und seine Kollegin beobachtet. Die Grundschulen, sagt Reinhard Glage, bleiben auch in Zukunft ein Schwerpunkt bei der täglichen Arbeit. Präventionseinsätze hat der Polizist in einigen Schulen ebenfalls schon absolviert. Dabei wurden die Beamten von den Schulen um Hilfe gebeten, um einigen Schülern zu zeigen, wie sie rücksichtsvoll miteinander umgehen sollen, beschreibt er.

Bei der täglichen Streife durch die Kleinstadt und die Orte der Verbandsgemeinde erlebe er immer wieder Zuspruch, schildert der Polizist. "Die Bürger zeigen sich begeistert, dass die Polizei täglich vor Ort auf der Straße ist."

Nur einen kleinen Haken gibt es noch. Bislang haben die Regionalbereichsbeamten keinen Dienstsitz innerhalb der Verbandsgemeinde. Seit Wochen wird bereits ein Büro für die Polizisten am Breiteweg hergerichtet. "Hier hat früher schon die Polizei ihren Sitz gehabt", zeigt er in das Haus. Das Polizeischild weist noch auf die Einrichtung. Allerdings warten die Beamten auf die Fertigstellung. Noch fahren sie täglich von Staßfurt zu ihrem Arbeitsort. Nicht einmal einen Raum für eine Mittagspause gibt es Vorort. Durch die langen Wege geht vor allem Zeit in der Kommune verloren.

Vor einigen Wochen hatte bereits Verbandgsmeindebürgermeister Michael Stöhr mit dem Innenminister gesprochen, um die Angelegenheit zu beschleunigen. Vielleicht, zeigt sich Reinhard Glage zuversichtlich, klappe der Umzug schon im März. Lange könne es ja nun wirklich nicht mehr dauern, schätzt er ein, bis die Räume nutzbar seien. Damit die Bürger die Beamten erreichen, hat er ein Hinweisschild am Haus angebracht. Hier stehen die Telefonnummern der beiden Polizisten.